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Pokal mit Jonas im Walfischrachen aus dem Lüneburger Ratssilber

Ident. Nr.: 1874,386

ObjID: obj:903158

Details (expert)

Creator/Entity
Kord Olbrecht (Meister 1516, zwischen 1528 und 1537 mehrfach für den Rat tätig, gest. 1540),
Goldschmied*in
Date(s)
1533
Dimensions
Höhe x Durchmesser: 62,5 x 22 cm
Gewicht: 3226 g

Object Description

Figur mit Walfisch, Zargen und Volutenbänder gegossen. Blattkranz der Kuppa aus mehreren Teilen gearbeitet. Marken unter dem Fußrand. Blattkranz am Deckel mit Splinten befestigt.
Hoher, wohlproportionierter Buckelpokal mit geschwellten, stark horizontal gegliederten Formen. Kuppa 13fach entsprechend dem Fuß gebuckelt, durch starke Einschnürung geteilt in eine untere und eine obere dreireihige Zone. Am Mündungsrand Inschrift: SPECTABILIS VIR D(OMI)NE CONRADVS LA(N)GE PRECO(N)SVL LVNEBORGE(N)SIS QVI OBIIT IN DIE PRISSE VIRGINIS AN(N)O D(OMI)NI 15(0)6 DONAVIT HOC CLENODIV(M) CVIVS ANIME REQVIESCAT IN PACE (Der hochangesehene Herr Conradus Lange, Bürgermeister in Lüneburg, der am Tage der hl. Prissa ( = 18. Januar) im Jahre des Herrn 1506 verstarb, schenkte dieses Kleinod. Seine Seele ruhe in Frieden). Auf dem Deckel Walfisch, dessen Rachen der Prophet Jonas in betender Haltung, die Züge fein ausgearbeitet, entsteigt. Im Inneren des Deckels emaillierte Wappen, zwei der Familie Lange, das dritte der Familie Schomaker.
Bei dem Pokal handelt es sich nicht um das ursprüngliche, von Cord Lange gestiftete Stück, denn dieses wurde schon 1519 Herzog Heinrich von Braunschweig-Lüneburg als Huldigungsgeschenk überreicht: "Jt. 4 marck hinrick grabouwen geuen vor dat wapent vp den vorguldeten kop den Zeliger her Cordt Lange geuen hadde vnd wart vnsen gnedigen heren geschencket do men ome huldigede." Der vermutlich auch von Grabow angefertigte Ersatz wurde wiederum im Jahre 1533 an Herzog Heinrich von Mecklenburg geschenkt, und erst für diesen ist der erhaltene Pokal in Auftrag gegeben worden: "276 m geuen corde Obrechte noch do Szulues vor 1 gulden Klenade wedder to makende van 11 ½ lodige marken so uth der Schenckebanck genamen vnd SzeIiger her corth lange deme E. Rade gegeuen, worth geschencket in deme haue to lune hertogen hinrick van mekelenborg Szabbato vor Esto mihi 33."

Last updated: 15.12.2025

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Pokal aus dickwandigem, farblosem Glas, Boden mit Abrissnarbe, die gesamte Oberfläche ist akzentuiert mit Gold staffiert, auf dem Fuß ein Kranz aus Oliven mit Ovalaugen, der massive Schaft ist mit Längsfacetten beschliffen, die sich bis an den Ansatz der bündig anschließenden Kuppa als vertiefte Zungen fortsetzen. Die Kuppawandung ziert in Tiefschnitt unter der Bügelkrone das von einem Adler gehaltene Rundmedaillon mit dem Profilbildnis Königin Sophie Dorotheas (1687–1757), flankiert von Adlern und Lorbeerzweigen, darunter fein goldgemaltes Rollwerk und sich überkreuzende Füllhörner. Der verwärmte Mündungsrand ist beidseitig vergoldet. Der Pokal datiert entweder in die letzten Betriebsjahre der Potsdamer oder in die ersten der Zechliner Glashütte und dürfte höchst wahrscheinlich als Paar mit einem Glas konzipiert gewesen sein, das ein Porträt Friedrich Wilhelms I. (1688–1740) trug (möglicherweise Inv. Nr. O-1982,78, a,b). Eine Reihe sehr ähnlicher bis nahezu identischer Pokalgläser mit Potsdamer Provenienz sind überliefert, die einen zugehörigen Deckel besitzen (vgl. Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, Taf. 35.5; Baumgärtner, Porträtgläser, 1981, Abb. 9, S. 21; für das Bildnis vgl. Abb. 5, S. 18; Klesse/Mayr, Veredelte Gläser aus Renaissance und Barock, 1987, Nr. 134; Strasser/Spiegl, Dekoriertes Glas, 1989, Kat. 145, S. 280; Kunsthistorisches Museum Wien, Inv. Nr. Kunstkammer, 10382; Stiftung Stadtmuseum Berlin, Inv. Nr. II 74/185 A, ebenfalls ohne Deckel). Ursprünglich war wohl ein zugehöriger Deckel vorhanden, der zugeordnete Deckel passt nicht, er gehört zu einem kleineren Pokal. [Verena Wasmuth]MAKR