Logo

Pokal mit Weinlaub und grünem Schaft

Ident. Nr.: O-1964,47

ObjID: obj:903903

Details (expert)

Creator/Entity
Ausführung: Potsdamer Glashütte (1674–1736),
Glashütte
Date(s)
Ausführung: 1688-1700
Geographical references
faktischer Entstehungsort: Potsdam
Dimensions
Höhe x Durchmesser: 18,4 x 11 cm
Durchmesser: 9,4 cm (Mündung)
Wandungsstärke: 0,25 cm

Object Description

Pokal mit Tellerfuß und ausgestellter Kuppa aus farblosem, sowie einem Schaftbaluster aus smaragdgrünem Glas. Der Rand des breiten Fußes ist nach unten umgelegt, seine Oberseite bedeckt ein mattgeschnittener Dekor aus Weinranken und geblänkten Reben, Boden mit Abriss. Der massive Schaft ist an die ihn unten und oben rahmenden doppelten Ringscheiben angesetzt, ihn zieren mattierte Rundbögen und Kugelfacetten. Die Kuppa ist umlaufend mit dem Dekor aus Weinranken- und -reben verziert, Mündungsrand verwärmt. Die farblosen Elemente des Pokals sind fortgeschritten krank. Barockgläser mit doppelter Farbigkeit sind überaus selten. Dieses Potsdamer Glas hat lediglich ein Pendant aus farblosem und blauem Glas, welches das Museum des Kreises Plön mit norddeutscher Glassammlung verwahrt (Inv.-Nr. 2002/042, Götzmann/Kaiser, Gläserne Welten, 2017, Kat. 104, S. 167). Robert Schmidt (1878–1952) bildet überdies einen Pokal mit goldstaffiertem kaiserlichen Wappen aus farblosem Glas ab, dessen Deckelknauf ein aus grünem Glas gebildeter Adler formt (Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, Abb. 38, S. 93). Formal datiert dieses Glas in die Regierungszeit Kurfürst Wilhelms III. (vgl. ebenda, Taf. 4.4 und 4.6). Der dichte, geschnittene Dekor charakterisiert den Pokal als Weinglas und ist auf zwei weiteren Potsdamer Erzeugnissen der Zeit um 1690 überliefert (Keisch/Netzer, Herrliche Künste und Manufacturen, 2001, Kat. 149, S. 244; Rückert, Die Glassammlung, Bd. 2, 1982, Kat. 804, S. 271, Taf. 246). [Verena Wasmuth]
MAKR

Last updated: 29.07.2026

Contact

Institution:

Kunstgewerbemuseum

Additional items from the collections

Walzenkrug mit silbervergoldeter Montierung

Walzenkrug mit silbervergoldeter Montierung

Humpen aus dickwandigem, farblosem, etwas graustichigem Glas, die Bodenkugel ist von einer tiefgeschnittenen Blütenrosette gerahmt, auf eine runde Platte mit Standring gesetzt, nicht gestaucht, der Standring mit feiner Montierung aus vergoldetem Silber, die Kantenverzierung aus erhabenen Jakobsmuscheln, angesetzter Ohrenhenkel, der an einer Manschette die Deckelmontierung hält, die aus Spangen und einem naturalistisch geformten Adler als Bekrönung gebildet wird. Der Ansatz des walzenförmigen Humpens ist mit einem versenkten und mattierten Spitzblattdekor verziert. Die Wandung zeigt umlaufend große Blüten- und Früchtefestons mit vereinzelten fliegenden Vögeln und Insekten, den verwärmten Mündungsrand schmückt ein Bogenfries in Schälfschliff. Der Deckel ist ebenfalls aus Glas geformt, gerahmt von einer getreppten Montierung in Anlehnung an den Fuß. Auf dem Deckel findet sich das bekrönte, großformatige Monogramm FR für Fridericus Rex zwischen gekreuzten Palmzweigen. Die Wandung hat einen durchgehenden Sprung gegenüber des Henkels. Da außer einem Tremolierstrich keine Punzen vorhanden sind, lässt sich kein Goldschmied zuordnen. Sehr wahrscheinlich datiert dieser repräsentative Walzenkrug in die Regierungszeit König Friedrichs I., in die Jahre 1701 bis 1713. Die hängenden Frucht- und Blumenbündel waren ein wiederkehrendes Motiv der Werkstatt von Martin Winter (um 1640–1702), die nach seinem Tod von seinem Neffen Gottfried Spiller (um 1663–1728) weitergeführt wurde. Dieses Glas glorifiziert mit seinem Bildprogramm die neugewonnene Königswürde des Hauses Hohenzollern: das bekrönte Monogramm dominiert das Gefäß, wird flankiert von Palmzweigen, Symbol für Sieg, Triumph, Frieden und ewiges Leben; Früchte und Blumen stehen für Wohlstand und Fruchtbarkeit, der imposante Adler des königlichen Hausordens wirkt, als ob er jeden Moment in die Lüfte steigt. [Verena Wasmuth]MAKR