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Doppelhenkelvase mit Goldmalerei

Ident. Nr.: K 384

ObjID: obj:906671

Details (expert)

Date(s)
Ende 17. Jahrhundert/Anfang 18. Jahrhundert
Geographical references
faktischer Entstehungsort: Venedig
Material / Technique
blaues Glas mit Goldradierung
Dimensions
Höhe x Breite: 21,5 x 17 cm

Object Description

Doppelhenkelvase: Gebauchter, unten spitz zulaufender Gefäßkörper mit Trichterhals auf ansteigender Standplatte mit gedrücktem, senkrecht geripptem Hohlnodus. Dem Hals ist ein Wellenband umgeschmolzen. An der Gefäßschulter setzen zwei Henkel mit feinstem senkrechten Rippenrelief an, die sich über einen Knick ohrenförmig erweitern und von oben auf den umgeschlagenen Mündungsrand stoßen. Die Flächen überzieht radiertes Goldornament. Die Wandung beleben Ranken mit exotischen Vögeln, darunter ein Papagei, den Fuß schmückt Blattornament, den Hals unterhalb des Wellenbandes ein Volutenranken-Fries, dem über dem Band ein Fries einzeln gereihter Blattmotive antwortet. Ein Henkel zu zwei Dritteln, der Fuß zu drei Vierteln ergänzt. (Dreier 1989)

Last updated: 07.08.2026

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

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Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa