Logo

kleine Sechskantflasche mit Montierung

Ident. Nr.: K 1150

ObjID: obj:909158

Details (expert)

Creator/Entity
Ausführung: Potsdamer Glashütte (1674–1736),
Glashütte
Date(s)
Ausführung: 1680-1710
Geographical references
faktischer Entstehungsort: Potsdam
Dimensions
Höhe x Durchmesser: 6,6 x 3,8 cm

Object Description

Kleine, schwere Flasche aus dickwandigem Goldrubinglas, Boden plangeschliffen, die Wandung sowie die Schulter sechskantig facettiert durch Überschleifen, teils schief, Silbermontierung mit feinem, sehr engem Drehverschluss, ziseliert in feinen, konzentrischen Parallelschraffuren. Der Deckel lässt sich nicht aufschrauben, er sitzt fest. Das Fläschchen stammt aus der Königlichen Kunstkammer, Berlin. Sehr wahrscheinlich wurde es für eine Medizin verwendet, zumal man sich vom Goldrubinglas eine schützende oder heilende Wirkung erhoffte. Ein etwas höheres Vergleichsstück mit gleicher Provenienz wird ebenfalls im Museumsbestand verwahrt (Inv. Nr. K 1151). Dessen Verschluss lässt sich durch Drehen öffnen, darunter befindet sich ein zusätzlicher Verschluss, ein Stöpsel aus farblosem Glas. [Verena Wasmuth]
MAKR

Last updated: 24.09.2026

Contact

Institution:

Kunstgewerbemuseum

Additional items from the collections

Schlafende Venus mit Cupido

Schlafende Venus mit Cupido

Die schlafende Venus liegt halb aufgerichtet auf einer Bettstatt mit goldroter Decke. Über ihr Knie klettert schlaftrunken ein Cupido mit goldenen Flügeln. Am oberen Bildrand ziehen fliegende Putten ein goldgrünes Tuch wie einen Baldachin über das Bett, links daneben hängt ein vergoldeter Vogelkäfig. Die surreal erscheinende Szene spielt in einer reich gegliederten, sich im Hintergrund zu einer Landschaft öffnenden Bogenarchitektur. Umgeben ist die Liebesgöttin von manieristischen Skulpturen, kunstvollem Mobiliar, konzertanten Musikinstrumenten und kostbarem Hausrat. Alles erscheint zu einem bedeutungsgeladenen Stillleben verdichtet, ist weniger Abbild denn Sinnbild und Anregung zu philosophischer Betrachtung.An der Rückseite befindet sich eine Aufschrift, die den auf Hinterglasmalereien spezialisierten Zürcher Hans Jacob Sprüngli (um 1599–1637) und den Winterthurer Glasmaler Hans Jegli (1579–1643) als Schöpfer des Werkes nennt. Sie verwendeten verschiedene Methoden des Amelierens: Auf das Glas aufgebrachte Blattvergoldungen wurden fein ausradiert, mit farbigen Lacken hintermalt und mit Zinnfolien hinterlegt. Andere Partien wurden in durchscheinend aufgetragenen Ölfarben ausgeführt, wobei „rückwärts“ gemalt und die hellsten Lichter und tiefsten Schatten zuerst gesetzt wurden. Auch „trügerische Hinterglasmalerei“ wurde angewendet, so ist die Figur der Venus in herkömmlicher Weise auf Pergament gemalt, ausgeschnitten und auf das Glas appliziert worden.Ebenso wie das vielschichtige Bildprogramm sollte auch die komplizierte technische Ausführung Anlass zu vertiefter Beschäftigung mit dem Gemälde bieten. Ganz in diesem Sinne ist die als Teil der Signatur auf die Rückseite geschriebene Künstlerdevise zu verstehen: „ist EE feracht / Dan gemacht“ („ist eher veracht[et] als gemacht“). LL