Akt, Frau und Kommender Verso: Skizze eines Aktes
Ident. Nr.: B 149
ObjID: obj:960300
1956 erworben durch das Land Berlin
n/a
Details (expert)
- Creator/Entity
- Date(s)
- Herstellung: 1925
- Additional titles
- Collection title: Akt, Frau und Kommender Verso: Skizze eines AktesTranslation: Nude, Woman, and Approaching Figure Verso: Study of a NudeTranslation: Nude, Woman and Person Attiring
- Provenance
- Kunsthaus Schaller, Stuttgart,
1929Richard Merz, Stuttgart,
1929–1956Kauf: Galerie des 20. Jahrhunderts, Berlin (West),
1956–1968 - Material / Technique
- Öl auf Leinwand
- Dimensions
- Höhe x Breite: 128 x 64,2 cm
- Acquisition
- 1956 Ankauf aus der Sammlung Richard Merz, Stuttgart, durch das Land Berlin für die Galerie des 20. Jahrhunderts (West)
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/960300
Object Description
Nach dem Antritt seiner Stelle am Bauhaus in Weimar
1921 konzentrierte sich Schlemmer in seiner Kunst auf Darstellungen der
menschlichen Figur. Auch in seiner jahrelangen Arbeit für die Bühne spielte
dies eine zentrale Rolle. 1925 beendete er seine bühnentheoretische Schrift „Mensch und Kunstfigur“ und weitete mit
seinen „Galeriebildern“ die Beobachtungen zur Wechselwirkung von Mensch und
Raum aus: „Themen: Akt und bekleidete Figur, nebeneinander, gegeneinander, sich
kreuzend, halb rechts, links, schräg“, umriss er den Gegenstand seiner damaligen
Arbeiten (Tagebucheintrag, 22.5.1925, in: Tut Schlemmer [Hrsg.], Oskar
Schlemmer. Briefe und Tagebücher, München 1958, S. 173). In „Akt, Frau und
Kommender“ ist die Kreuzung zweier Flure eines modernen Baus die Bühne, auf der
sich drei Figuren begegnen. Ein auffälliger, an der Mittelachse platzierter
nackter Mann schreitet aufrecht nach rechts. Er verdeckt eine Frau im schwarzen
Kleid, die optisch in der dunklen Wand verschwindet. Ähnlich verschluckt die
weiße Wand vorn die hellen Körperteile des links ins Bild Kommenden. Obwohl die
Figuren nicht mit Blicken oder Berührungen interagieren, stehen ihre Körper und
Bewegungen im direkten Dialog. Ihre Staffelung und Größenunterschiede erzeugen
Raumtiefe, die rhythmische Abfolge ihrer Posen ergibt eine Chronologie, und ihre
Eigenschaften dynamisieren sich in ihrer Gegensätzlichkeit. Das für Schlemmer
darin formulierte Menschenbild – vollendet proportioniert, formal abstrahiert
und entindividualisiert – drückt sein Streben nach Ideal und Allgemeingültigem
aus, während die Figur des Kommenden womöglich eine nahende Zukunft symbolisiert. | Christina Thomson
Last updated: 25.08.2026
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Institution:
Neue Nationalgalerie
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nng@smb.spk-berlin.de