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Akt, Frau und Kommender Verso: Skizze eines Aktes

Ident. Nr.: B 149

ObjID: obj:960300

1956 erworben durch das Land Berlin
n/a

Details (expert)

Creator/Entity
Oskar Schlemmer (1888 - 1943),
Künstler*in
Date(s)
Herstellung: 1925
Additional titles
Collection title: Akt, Frau und Kommender Verso: Skizze eines Aktes
Translation: Nude, Woman, and Approaching Figure Verso: Study of a Nude
Translation: Nude, Woman and Person Attiring
Provenance
Kunsthaus Schaller, Stuttgart,
1929
Richard Merz, Stuttgart,
1929–1956
Kauf: Galerie des 20. Jahrhunderts, Berlin (West),
1956–1968
Material / Technique
Öl auf Leinwand
Dimensions
Höhe x Breite: 128 x 64,2 cm
Acquisition
1956 Ankauf aus der Sammlung Richard Merz, Stuttgart, durch das Land Berlin für die Galerie des 20. Jahrhunderts (West)

Object Description

Nach dem Antritt seiner Stelle am Bauhaus in Weimar 1921 konzentrierte sich Schlemmer in seiner Kunst auf Darstellungen der menschlichen Figur. Auch in seiner jahrelangen Arbeit für die Bühne spielte dies eine zentrale Rolle. 1925 beendete er seine bühnentheoretische Schrift „Mensch und Kunstfigur“ und weitete mit seinen „Galeriebildern“ die Beobachtungen zur Wechselwirkung von Mensch und Raum aus: „Themen: Akt und bekleidete Figur, nebeneinander, gegeneinander, sich kreuzend, halb rechts, links, schräg“, umriss er den Gegenstand seiner damaligen Arbeiten (Tagebucheintrag, 22.5.1925, in: Tut Schlemmer [Hrsg.], Oskar Schlemmer. Briefe und Tagebücher, München 1958, S. 173). In „Akt, Frau und Kommender“ ist die Kreuzung zweier Flure eines modernen Baus die Bühne, auf der sich drei Figuren begegnen. Ein auffälliger, an der Mittelachse platzierter nackter Mann schreitet aufrecht nach rechts. Er verdeckt eine Frau im schwarzen Kleid, die optisch in der dunklen Wand verschwindet. Ähnlich verschluckt die weiße Wand vorn die hellen Körperteile des links ins Bild Kommenden. Obwohl die Figuren nicht mit Blicken oder Berührungen interagieren, stehen ihre Körper und Bewegungen im direkten Dialog. Ihre Staffelung und Größenunterschiede erzeugen Raumtiefe, die rhythmische Abfolge ihrer Posen ergibt eine Chronologie, und ihre Eigenschaften dynamisieren sich in ihrer Gegensätzlichkeit. Das für Schlemmer darin formulierte Menschenbild – vollendet proportioniert, formal abstrahiert und entindividualisiert – drückt sein Streben nach Ideal und Allgemeingültigem aus, während die Figur des Kommenden womöglich eine nahende Zukunft symbolisiert. | Christina Thomson

Last updated: 25.08.2026

Contact

Institution:

Neue Nationalgalerie

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