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Mädchen vor dem Spiegel

Ident. Nr.: B 96

ObjID: obj:960828

1954 erworben durch das Land Berlin
n/a

Details (expert)

Creator/Entity
Karl Schmidt-Rottluff (1884 - 1976),
Künstler*in
Date(s)
Herstellung: 1915
Additional titles
Collection title: Mädchen vor dem Spiegel
Translation: Girl before a Mirror
Mädchen vor Spiegel
Provenance
im Besitz des Künstlers,
1954
Kauf: Galerie des 20. Jahrhunderts, Berlin (West),
1954–1968
Material / Technique
Öl auf Leinwand
Dimensions
Höhe x Breite: 101 x 87 cm
Acquisition
1954 Ankauf vom Künstler durch das Land Berlin für die Galerie des 20. Jahrhunderts (West)

Object Description

Das Gemälde „Mädchen vor dem Spiegel“ nimmt auf den ersten Blick ein bereits in impressionistischer Kunst häufig wiedergegebenes Motiv auf. Doch befindet sich die Dargestellte nicht in einem wohnlichen Interieur, sondern eher in einem kargen Atelier. Sie blickt auch nicht prüfend in den Spiegel, etwa um sich der Wirkung der Kleidung zu vergewissern; sie ist nackt und wendet sich den Betrachtern zu, nur diesem bietet sich das gedoppelte Bildnis. Das Spiegelglas malte Schmidt-Rottluff kräftig blau, sodass das Abbild nun wie vor einem See steht. Der Fußboden ist grün gehalten, das leuchtende Blau wiederholt sich am oberen Bildrand, dazwischen gibt es Brauntöne wie bei einer Düne und eine lebhafte Pinselschrift, die an Vegetation denken lässt – Interieur und Landschaft, Fläche und Tiefe berühren sich. Die Anlehnung an afrikanische Plastik, die überlängten Glieder, die spitzen Brüste und das wie aus Holz geschnittene Gesicht dienen im Gemälde der Ausdruckssteigerung. In dem Holzschnitt „Mädchen vor dem Spiegel“ von 1914 (WVZ Schapire 1924, 159) ist die Komposition vorweggenommen. Im Entstehungsjahr des Ölbildes, 1915, erschien auch Carl Einsteins einflussreiche, aus heutiger Sicht jedoch einseitige und problematische Darstellung unter dem diffamierenden Titel „Negerplastik“, die Schmidt-Rottluff aufmerksam rezipierte, zumal er sich, wie die anderen Brücke-Künstler, seit den ersten Jahren in Dresden für die expressiven Formen ozeanischer und afrikanischer Kunst begeisterte und schon früh in diesem Sinne selbst plastisch tätig war. | Angelika Wesenberg

Last updated: 25.08.2026

Contact

Institution:

Neue Nationalgalerie

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