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Sex-a-gon XIV

Ident. Nr.: NG 9/03

ObjID: obj:961094

n/a

Details (expert)

Creator/Entity
Winfred Gaul (1928 - 2003),
Künstler*in
Date(s)
Herstellung: 1972
Material / Technique
Polyvinylacetat auf Leinwand
Dimensions
Höhe x Breite: 180 x 180 cm
Acquisition
2003 Schenkung eines Kunstfreundes

Object Description

Gauls „Achtung Kurve“ (NG 8/03) und „Sex-a-gon XIV“ (NG 9/03) gehören zu einer großen Gruppe von Farbfeldkompositionen, die explizit an Signale und Verkehrszeichen angelehnt sind. Am Anfang dieser langen Werkphase stand „Four litte Roses I“ (NG 6/03), das, anders als die beiden vorliegenden Arbeiten, noch die konventionelle, rechteckige Form einer Leinwand hat. Spätere Werke greifen mal mehr, mal weniger deutlich auf Elemente von Verkehrsschildern zurück. Dabei haben sie häufig ungewöhnliche Umrisse, was die Sehgewohnheiten zusätzlich herausfordert. „Achtung Kurve“ erinnert mit der violetten Schlangenform unten links und der grünen Umrandung im oberen Bereich an ein Piktogramm, in dem jedoch durch die Trennung der unteren und oberen Sphäre zwei unterschiedliche Botschaften kombiniert werden. Auch wenn der Titel die Assoziation mit Verkehrsschildern unterstützt, bleibt der Bezug auch in diesem Fall spielerisch und verdeutlicht so den Unterschied zum Nutzobjekt. „Sex-a-gon XIV“ spielt mit dem vexierbildartigen Wechsel zwischen der im Titel korrekt als Sechseck bezeichneten Leinwand und der Form eines hohlen Würfels, die in der Darstellung zunächst wahrgenommen wird. Visuell lotet es die Möglichkeiten des Sehens und optischer Täuschung aus: Ein dunkles Dreieck schneidet wie ein Keil in die Bildmitte, ein breiter schwarzer Strich unten rechts bildet eine Kante aus, und eine breite weiße Linie scheint nach oben – geradeaus – zu weisen. Das Auge erkennt aufgrund der Farbkontraste Dreieck-, Rauten-, Balken- und Rechteck-Formen, die im Gleichgewicht, jedoch unabhängig voneinander auf der Bildfläche verteilt sind. Die Farbbereiche, die harten Kanten und klaren Formen der Bilder vermitteln keine Hinweise, wie es Zeichen vermögen, sondern sie loten die unendlichen formalästhetischen Möglichkeiten der Grundformen und -farben aus. | Emily Joyce Evans

Last updated: 24.08.2026

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Institution:

Neue Nationalgalerie

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Studie für „Ohne Titel“

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Gorky, geboren als Vosdanig Manoug Adoian im Osmanischen Reich, gab sich einen neuen Namen, nachdem er den Völkermord an den Armeniern 1915 überlebt hatte und 1920 in die Vereinigten Staaten immigriert war. „Arshile“ könnte sich auf den altgriechischen Achilles oder den armenischen König Arshak beziehen, „Gorky“ suggeriert eine Beziehung zu Maxim Gorki (ebenfalls ein Pseudonym), einem der wichtigsten sowjetischen Schriftsteller. Der Künstler hatte sich damit einen Namen gegeben, der nicht von seiner Herkunft sprach, ihn in den USA aber dennoch als fremd auswies. Eine solche Selbsterfindung zeichnet auch seine Werke aus. Gorky hatte hauptsächlich autodidaktisch gelernt und sich anfangs an Künstlern wie Paul Cézanne, Pablo Picasso oder Joan Miró orientiert. In den 1940er-Jahren begann er, ausgiebig mit Linien und Farben zu experimentieren. 1944 verbrachte Gorky viele Monate auf dem Land und bezog biomorphe Formen in seine Arbeiten ein. Die Natur selbst war für ihn eine Spielart der Kunst (Kim S. Theriault, Rethinking Arshile Gorky, University Park [Pennsylvania] 2009, S. 114). Er schuf viele Zeichnungen, in denen er Formen wiederholte, bis er die für ihn richtige Lösung fand. „Ohne Titel“ ist eine Vorstudie zu einem ebenso benannten Gemälde von 1944 (auch als „Painting“ publiziert; WVZ-Nr. P285). Schwarze Linien – einige mäandernd, andere abstrahierte Objekte oder die Form weiblicher Genitalien beschreibend – überlagern sich mit frei schwebenden Farbflächen. Abstrakt, aber nicht völlig gegenstandslos stellt Gorkys Werk den Akt des Malens an sich in den Mittelpunkt. | Emily Joyce Evans