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Lesendes Paar

Ident. Nr.: NG 20/79

ObjID: obj:963997

n/a

Details (expert)

Creator/Entity
Joachim Karsch (1897 - 1945),
Künstler*in
Date(s)
Herstellung: 1932/1933
Additional titles
Collection title: Lesendes Paar
Translation: Couple Reading
Provenance
Leihe: Folkwang Museum in Essen,
1934–6.7.1937
Beschlagnahmung: Deutsches Reich / Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda, Berlin,
6.7.1937 - xx
Nachlass Bernhard Böhmer,
3.5.1945–1948
Nationalgalerie, Berlin (Ost),
1950–1953
Joachim Karsch Archiv, Berlin,
1953–1979
Material / Technique
Eichenholz
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 97,5 x 49,5 x 51 cm
Acquisition
1979 Ankauf vom Sohn des Künstlers, Florian Karsch, Berlin (West)

Object Description

Die Eichenholzfigur des „Lesenden Paares“ entstand im Frühjahr 1933 in Rom, wo Karsch sich im Rahmen seines bereits 1921 erhaltenen Stipendiums an der Villa Massimo aufhielt. Dargestellt sind zwei eng beieinandersitzende Personen. Durch ihre Kleidung werden sie als Zeitgenossen ausgewiesen. Während der Mann mit erhobenem Kopf aus einem Buch rezitiert, das aufgeschlagen auf seinem linken Oberschenkel liegt, hört die Frau neben ihm mit auf dem Schoß verschränkten Händen und nach oben gerichtetem Kopf andächtig zu. Mit wenigen akkurat ausgeführten, detailgenauen Modellierungen ist es Karsch gelungen, eine innige Vertrautheit zwischen beiden herzustellen. Generell ging es dem Künstler in seinen oftmals erzählerisch angelegten Skulpturen darum, Gefühlslagen sichtbar zu machen. Karsch nahm 1934/1935 am Folkwang-Wettbewerb für „Junge deutsche Kunst“ in Essen teil. Als einer der Preisträger reichte er für die anschließende Ausstellung im Museum Folkwang das „Lesende Paar“ ein. Zu sehen war es dort bis zum Sommer 1937, bis die Plastik durch die Aktion „Entartete Kunst“ beschlagnahmt wurde. Nach 1945 tauchte sie auf dem Gelände des während der NS-Zeit für die „Verwertung“ „entarteter Kunst“ zuständigen Kunsthändlers Bernhard A. Böhmer in Güstrow auf. 1950 wurde die Skulptur der Nationalgalerie (Ost) zur Verwahrung übergeben. Anfang der 1950er-Jahre forderte der Sohn des Künstlers, Florian Karsch – Karsch und seine Frau Liesbeth hatten sich kurz vor Kriegsende aus Angst vor Deportation das Leben genommen –, das Werk erfolgreich zurück. Etwa ein Vierteljahrhundert später, 1979, kaufte dann die Nationalgalerie (West) das Werk an. | Maike Steinkamp

Last updated: 24.08.2026

Contact

Institution:

Neue Nationalgalerie

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