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Büste meines Vaters

Ident. Nr.: F.B. 243

ObjID: obj:966205

Details (expert)

Creator/Entity
Julie Genthe (1869 - 1938),
Bildhauer*in
Date(s)
1900 (Marmor vor 1914)
Systematics/Type
Material / Technique
—
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 68 x 56 x 32 cm
Acquisition
1984 von Skulpturensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin (Ost) übernommen

Object Description

Mit strengem, wachsam nach links schielendem Blick entfaltet sich die Büste in ihrer ganzen Frontalität. Der breite, unten horizontal verlaufende Vollbart wiederholt die breit ausladende Schulterpartie des Anzugs, an dessen Rever eine Ordenskette auf den Stand des Dargestellten hinweist: Die Bildhauerin Julie Genthe modellierte im Jahr 1900 ihren Vater Oberst Genthe. Einige der Orden wie der Sächsische Verdienstorden, Ritterkreuz, erster Klasse mit Schwerten, das Eiserne Kreuz sowie das Österreichische Militärverdienstkreuz mit Kriegsdekoration zeichnen ihn als Teilnehmer an den Einigungskriegen aus.
Das originale Gipsmodell mit der Bezeichnung "Jul. Genthe f 1900" hat sich in der Skulpturensammlung Dresden erhalten. Wie eine in Dresden erhaltene Korrespondenz belegt, existierte bereits im März 1914 die Marmorfassung, die höchst wahrscheinlich im Jahr der Ausstellung auf der Großen Berliner Kunstausstellung angekauft wurde. Erstaunlicherweise reichte sie erneut im folgenden Jahr die Büste ihres Vaters zur Ausstellung ein.
Die freie Behandlung des Marmors in der Gesichtspartie sowie das Wechselspiel von durchgearbeiteten und fragmentarisch bearbeiteten, mit Werkzeugspuren belassenen Partien zeigen nicht nur Genthes Anlehnung an die französische Plastik, sondern auch einen souveränen Umgang mit dem Material.
Julie Genthe gehört zu den international geschulten Bildhauerinnen, die in den Ateliers von Alexandre Charpentier, Albert Bartholomé sowie von Constantin Meunier und Charles van der Stappen in Brüssel arbeitete. Zahlreiche Ausstellungen bestückte sie im In- und Ausland mit Bildnisbüsten, Porträtstatuetten aber auch Medaillen. | Yvette Deseyve

Last updated: 28.08.2026

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Institution:

Alte Nationalgalerie

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