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Skulptur für Montreal

Ident. Nr.: B 902

ObjID: obj:966954

1965 erworben durch das Land Berlin
n/a

Details (expert)

Creator/Entity
Hans Uhlmann (1900 - 1975),
Künstler*in
Date(s)
Herstellung: 1966
Additional titles
Collection title: Skulptur für Montreal
Translation: Sculpture for Montreal
Geographical references
Material / Technique
Chromnickelstahl, getönt
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 47 x 90 x 90 cm
Acquisition
1965 Ankauf vom Künstler, Berlin, durch das Land Berlin und die Deutsche Gesellschaft für bildende Kunst e. V. aus Mitteln der Deutschen Klassenlotterie für die Galerie des 20. Jahrhunderts (West)

Object Description

1965 begann Uhlmann mit seinem ersten „Labyrinth“ eine Werkreihe, die durch ineinander verschränkte oder gegeneinander verschobene Flächen als zentrales Kompositionselement charakterisiert ist. In die Hauptelemente waren wiederum Kammern eingeschnitten, welche die in der Verschiebung der Flächen entstandenen Hohlräume durchbrechen. 1966 entstand mit der „Skulptur für Montreal“ eine Variation des Labyrinth-Themas, die sich in der Vertikale entfaltete. Drei schwarze, gegeneinander versetzt angeordnete Rechtecke umschließen einen dreieckigen Hohlraum und sind miteinander durch silberne Kammern in der Mitte verbunden. Der Titel verweist aller Wahrscheinlichkeit nach auf einen bevorstehenden Ausstellungszweck: Im Folgejahr, 1967, richtete das Montreal Museum of Fine Arts mit Unterstützung des West-Berliner Senats die Gruppenausstellung „20th-Century Art in Berlin“ aus. Allerdings entschloss sich Uhlmann letztlich, das Werk nicht nach Kanada zu entleihen, sondern stattdessen ein zwei Meter hohes Modell seiner fast 20 Meter hohen Skulptur vor der Deutschen Oper in West-Berlin zu schicken. Dem Leitthema der gleichzeitig in Kanada stattfindenden Weltausstellung – Leichtbaukonstruktionen, neue Raumstrukturen und Visionen der Weltraumfahrt – schien das eingereichte Modell dem Künstler wohl eher gerecht zu werden als das kompakte Labyrinth-Motiv. | Dorothea Schöne

Last updated: 04.08.2026

Contact

Institution:

Neue Nationalgalerie

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Badende

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Die Statue scheint 1909 für einen mehrfigurigen Brunnen konzipiert worden zu sein, was den Titel „Badende“ erklärt. Um 1910 wurde jedoch nur eine einzelne Bronzefigur hergestellt, die an der Fassade eines 1910/1911 errichteten Miets- und Geschäftshauses in der Hardenbergstraße 1 in Berlin-Charlottenburg ihre Aufstellung fand. Der Eigentümer dieses „Haus am Knie“ genannten Gebäudes und damit auch der Figur war der Architekt und Immobilienunternehmer Arthur Vogdt. Die Fassade hatte der junge Bruno Taut entworfen. Die Statue stand auf einem hohen Sockel am Eingang des Hauses; ihre auffallende Drehung war auf diesen Standort abgestimmt. Wegen eines Schreibens des Bildhauers Richard Scheibe wurde die Figur früher auf 1904/1905 datiert; das trifft jedoch genauso wenig zu wie die Datierung um 1906 (Ethos und Pathos. Die Berliner Bildhauerschule 1786–1914, Ausst.-Kat. Skulpturengalerie der Staatlichen Museen Preußischer Kulturbesitz, Berlin, 1990, Nr. 124). Die Angabe „um 1910“ dagegen entspricht der Bauzeit des Hauses. Damals schuf Kolbe auch eine große Frauenstatue nach dem Modell der späteren Bildhauerin Renée Sintenis (Georg Kolbe, 1877–1947, Ausst.-Kat. Georg Kolbe Museum, Berlin, 1997, Abb. S. 27). Wegen der Proportionen, der aufgerichteten Haltung und des herben Gesichts dürfte die „Badende“ nach demselben Modell entstanden sein. Im Zweiten Weltkrieg wurde das „Haus am Knie“ zerstört. Die Statue gelangte in den Besitz von Kurt Reutti, der zahlreiche Kunstwerke aus Berliner Kriegsruinen rettete. 1957 war die Bronze eine der ersten Erwerbungen für die Nationalgalerie (West). | Ursel Berger

Mädchen aus Xanten

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Der Düsseldorfer Bildhauer Zimmermann schuf Plastiken für den öffentlichen Raum und für Kirchen. Er hatte an der Kunstakademie in Düsseldorf bei Alexander Zschokke studiert; kurzzeitig lebte er in Berlin (1932/1933) und Kassel (1936). Während der NS-Zeit war er beruflich erfolgreich. Das „Mädchen aus Xanten“ schuf er wohl im Auftrag der Xantener Dombauhütte. Es existierte eine Fassung aus Ton, deren Verbleib unbekannt ist. Die Bronze befand sich bereits 1937, im Jahr ihrer Entstehung, im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin. Damit changierte die Wahrnehmung der Figur: zwischen der Lesart in einem religiösen Zusammenhang und der als ideologisch geprägte, politisch sanktionierte Darstellung, die offenbar geeignet erschien, ein nationalsozialistisches weibliches Ideal zu repräsentieren. Das „Mädchen“, das eher nach einer herangereiften jungen Frau aussieht, steht solide in Lebensgröße da, die Form ist einfach und glatt. Unter der eng anliegenden Kleidung zeichnen sich die weiblichen Konturen deutlich ab, ohne Erotik auszustrahlen; die Gestalt ist kräftig, aber nicht muskulös, der Kopf mit einem Tuch bedeckt. Das Werk war wohl nie in Berlin öffentlich ausgestellt; nach 1945 geriet es, höchstwahrscheinlich aufgrund seines Besitzes durch eine NS-belastete Institution, in völlige Vergessenheit. In den 1970er-Jahren wurde es im Keller des Pergamonmuseums in einer Holzkiste gefunden und 1980 der Nationalgalerie (Ost) übergeben. | Emily Joyce Evans