Logo

Frieda Kwast-Hodapp

Ident. Nr.: NG 27/18

ObjID: obj:967074

Schenkung Volker Westphal
n/a

Details (expert)

Creator/Entity
Ernesto de Fiori (1884 - 1945),
Künstler*in
Date(s)
Herstellung: 1930
Geographical references
Provenance
Sammlung Otto Krebs, Mannheim u. Holzdorf,
um 1930–1941 minimum
Überweisung: Nationalgalerie, Berlin (Ost), Überweisung der Staatlichen Kommission für Kunstangelgenheiten,
23.5.1952–2008
Restitution: Sammlung Krebs,
2008
Auktion: Christie's,
Juni 2010
Volker Westphal, Berlin,
2010–2018
Material / Technique
Vergoldete Bronze
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 34 x 23 x 25 cm
Acquisition
2018 Schenkung Volker Westphal

Object Description

Alle der von de Fiori geschaffenen Büsten aus dem Bestand der Nationalgalerie zeigen bekannte Persönlichkeiten: die Schauspielerinnen Marlene Dietrich (B III 56) und Anny Ahlers (B I 657), den Boxer Jack Dempsey (B I 454) sowie Berlins Museumsdirektor Wilhelm von Bode (B III 105). Der vorliegende Kopf gibt die deutsche Pianistin Frieda Kwast-Hodapp (1880–1949) wieder, die zur Entstehungszeit der Büste mit dem Fabrikanten und Kunstsammler Otto Krebs liiert war. Bis 1941 ist die Büste in dessen Eigentum nachweisbar. Nach seinem Tod in jenem Jahr überstand seine hochkarätige Sammlung den Krieg auf seinem Gut Holzdorf bei Weimar, das die Rote Armee nun als Versorgungszentrum nutzte. Sowjetische Soldaten entdeckten im Keller die in Tresoren verwahrte Kunst und beschlagnahmten sie. Viele Werke wurden nach Russland verbracht, darunter Gemälde Vincent van Goghs, Claude Monets und Paul Cézannes, die sich heute in der Sankt Petersburger Eremitage befinden. De Fioris Plastik verblieb in Thüringen. Als Staatseigentum der DDR gelangte sie 1952 über Umwege an die Nationalgalerie (Ost). Da die Plastik unrechtmäßig aus einer Privatsammlung entzogen worden war, restituierte man sie 2008 an die Stiftung für Krebs- und Scharlachforschung, die Otto Krebs kurz vor seinem Tod ins Leben gerufen hatte. 2010 erwarb der Berliner Galerist Volker Westphal das Stück bei dem Auktionshaus Christie’s. Mit der Schenkung seiner privaten Sammlung ging das Porträt von Frieda Kwast-Hodapp dann endgültig in den Besitz der Nationalgalerie über. | Sven Haase

Last updated: 24.08.2026

Contact

Institution:

Neue Nationalgalerie

Additional items from the collections

Ohne Titel 1-6 (Die Apokalypse)

Ohne Titel 1-6 (Die Apokalypse)

Der gebürtige Brite Hayter war nach einem Studium der Chemie und Geologie 1926 nach Paris gegangen, um an der Académie Julian Kunst zu studieren. Er wandte sich nun vor allem der Druckgrafik zu. Bereits 1927 führte er ein privates Atelier für experimentelle Grafik, das ab 1931 als „Atelier 17“ bekannt wurde. Es war bald ein kreativer Ort der Lehre und des Gedankenaustauschs für Künstler wie Yves Tanguy, André Masson, Joan Miró, Wassily Kandinsky, Roberto Matta und Hans Arp. Anfang der 1930er-Jahre löste sich Hayter von seinen figurativen Anfängen und baute mehr und mehr abstrakte, organische Formen in seine Grafiken ein, die seine Nähe zu den Surrealisten bezeugen. Zu den frühesten Arbeiten, die diesen Wechsel dokumentieren, gehört die sechsteilige Radierserie „Apokalypse“. Die auf den ersten Blättern noch dominanten figurativen Elemente – ein Mann, dessen Herz offen in seiner Brust schlägt; eine Gruppe von Pferden oder ein brennendes Haus, das von tiefen Rissen umgeben ist – werden von amorphen Linien- und Flächengebilden überlagert, die in den letzten drei Blättern überhandnehmen und den apokalyptischen Prozess der Auflösung unterstreichen. Erst als die Veröffentlichung der Radierungen, begleitet von Versen des surrealistischen Dichters Georges Hugnet, in der Pariser Édition Jeanne Bucher 1932 bevorstand, wurde deren Reihenfolge festgelegt. Seine künstlerische Expertise nahm Hayter 1940 mit nach New York, wo er ein neues Atelier eröffnete, das bald zum Anlaufpunkt von Künstlern wie William Baziotes, Robert Motherwell, Jackson Pollock, Willem de Kooning, Mark Rothko und Adolph Gottlieb wurde. | Maike Steinkamp