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Feuerwehr-Stillleben

Ident. Nr.: NG 2/06

ObjID: obj:1065860

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Karl von Appen (1900 - 1981),
Künstler*in
Datierung
1940
Weitere Titel
Sammlungstitel: Feuerwehr-Stillleben
Übersetzung: Fire Brigade Still Life
Geografische Bezüge
Provenienz
Nachlass/Vermächtnis: Manja Behrens von Appen,
2006
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 114,5 x 68 cm
Erwerbung
2006 Vermächtnis Manja Behrens von Appen, Witwe des Künstlers

Objektbeschreibung

Nach dem Studium der Malerei und Grafik an der Kunstgewerbeschule in Frankfurt am Main (1920–1924) arbeitete Appen von 1926 bis 1929 in Berlin, danach in Dresden. Anfang der 1930er-Jahre wurde er Mitglied des Dresdner Ortsverbandes der Assoziation revolutionärer bildender Künstler (ASSO), die ein kulturpolitischer Arm der KPD war – jener Partei trat er 1932 bei. Die ASSO wurde 1933 aufgelöst. Aufgrund seines politischen Engagements erhielt Appen 1934 Berufsverbot, später wurde er in einem Gefangenenlager in Nieder-Roden (heute Stadt Rodgau) interniert. Nach dem Zweiten Weltkrieg lebte und arbeitete er in Dresden und Berlin, unter anderem als Chefbühnenbildner am Berliner Ensemble. Sein Werk vor 1945 gilt als verloren beziehungsweise während des Bombenangriffs auf Dresden vernichtet. In der Signatur des „Feuerwehr-Stilllebens“ ist die Datierung 1940 aber deutlich erkennbar. Möglicherweise hat Appen trotz Berufsverbots das Bild im Auftrag gemalt. Die Trompe-l’Œil-Darstellung des Feuerwehrgeräts könnte sich als Teil eines Bühnenbildes eignen. Über eine frühe Ausstellung oder Nutzung des Gemäldes ist jedoch nichts bekannt. | Emily Joyce Evans

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Aufstehendes Pferd

Aufstehendes Pferd

Das ehemals im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin befindliche „Aufstehende Pferd“ aus lebhaft strukturiertem rot-schwarzen Lahnmarmor steht exemplarisch für Graevenitz’ Schaffen, dessen künstlerisch erfolgreichste Phase in die Zeit des Nationalsozialismus fiel. Ab 1937 leitete er die Bildhauerklasse sowie – mit einigen Unterbrechungen aus gesundheitlichen Gründen – vom selben Jahr bis 1945 die Kunstakademie in Stuttgart als Direktor. Beim vorliegenden Werk hat von Graevenitz offenbar das Zugleich von noch ruhendem Pferdekörper und sich bereits in Bewegung setzenden Vorderbeinen samt sich aufbäumendem Kopf bildhauerisch gereizt, variierte er das Thema doch mehrfach: so etwa in der monumentalen Travertinskulptur „Aufstehendes Pferd“ von 1934/1935 für den Garten des Robert-Bosch-Krankenhauses Stuttgart oder in seinem 1934 möglicherweise im Zusammenhang mit der Ausgestaltung des Berliner Olympiageländes entstandenen Entwurf „Pferd in Wellen“ (Verbleib unbekannt). Das heute als Dauerleihgabe in der Stiftung Fritz von Graevenitz in Solitude bei Stuttgart befindliche „Aufstehende Pferd“ aus dem Bestand der Nationalgalerie war von Graevenitz’ bildhauerischer Beitrag auf der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ 1937 im Münchner Haus der Deutschen Kunst; es wurde 1938 auch unter dem Titel „Leżący koń“ (Liegendes Pferd) auf der Propagandaschau „Deutsche Bildhauer der Gegenwart“ in Warschau und Krakau gezeigt. | Yvette Deseyve

Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson