Disparate Puntual
Ident. Nr.: SSG 109
ObjID: obj:1065886
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Sammlung Scharf-Gerstenberg
E-Mail:
ssg@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- um 1815-1824
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Disparate PuntualOriginaltitel: Proverbio adicional: Una reina del circoPräzise Torheit, auch: Eine ZirkusköniginÜbersetzung: Precise Foolishness, or: A Circus QueenOriginaltitel: Sottise ponctuelle ou : Une reine du cirque
- Material / Technik
- Radierung und Aquatinta auf dünnem Japanpapier
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 24,5 x 35 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/1065886
Objektbeschreibung
Die zwischen 1815 und 1824 entstandenen Radierungen der „Disparates“ ( Torheiten) bilden den letzten Zyklus Francisco de Goyas. 1819 hatte Goya sich aufgrund der anhaltenden politischen Unruhen zwischen Monarchisten und Liberalen in sein Landhaus zurückgezogen und seine berühmten „Pinturas negras“ (Schwarze Bilder) auf die Wände seines Hauses gemalt. In ihnen zeigt er seine düstere Fantasie, die bedrückenden Zeitumstände und die verdorbenen Menschen ohne Moral. Zeitgleich dazu entstanden die Darstellungen der menschlichen Torheiten, in denen sich diese pessimistische Weltansicht und Hoffnungslosigkeit widerspiegeln. Zu seinen Lebzeiten wurden lediglich Probedrucke dieser Blätter angefertigt, erst 1864 wurden die Radierungen unter dem Titel „Los proverbios“ (Die Redensarten) erstmals veröffentlicht. Da die Darstellungen weit über Kommentar oder Sprichwort hinausgehen, ist die Folge heute unter dem Titel „Disparates“ bekannt, einem Titel, den Goya auch auf einigen seiner Probedrucke selbst vermerkt hatte. Sie gehören zu den rätselhaftesten, am schwierigsten zu deutenden Werken des Künstlers. Goya scheint mit dieser Folge der surrealistischen Kunst des 20. Jahrhunderts näher zu sein als seiner eigenen Epoche. In dem Blatt „Präzise Torheit“ bildet der Zirkus den Schauplatz einer eigenartigen Szene: Die hell hervorgehobene Artistin balanciert auf dem Rücken eines Pferdes, das seinerseits auf einem Seil steht. Dabei bleibt unklar, ob die Hufen des Pferdes bereits den Boden berühren. Das Publlikum im Dunkeln verfolgt die Darbietung mit geschlossenen Augen, möglicherweise schläft es sogar. Handelt es sich um eine Satire über die Leichtgläubigkeit des Volkes? Oder illustriert der Balanceakt das Gleichgewicht zwischen Leidenschaften und weiblicher Tugend? | Melanie Wilken
Letzte Aktualisierung: 15.12.2025
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Sammlung Scharf-Gerstenberg
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