Mr. Knife Miss Fork
Ident. Nr.: SSG 89
ObjID: obj:1065892
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Sammlung Scharf-Gerstenberg
E-Mail:
ssg@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1931
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Mr. Knife Miss ForkHerr Messer Fräulein GabelOriginaltitel: M.Couteau Mme Fourchette
- Geografische Bezüge
- Material / Technik
- Buch mit 52 Seiten, 19 Fotogrammen aus Vorsatzblättern aus Pergamin, in Leineneinband mit Goldprägung
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 17,7 x 11,6 cm
- Erwerbung
- 2004 Dauerleihgabe der Stiftung Sammlung Dieter Scharf zur Erinnerung an Otto Gerstenberg
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/1065892
Objektbeschreibung
Für die 19 Illustrationen zur gleichnamigen Erzählung von René Crevel wandte sich Max Ernst auf der Suche nach neuen Ausdrucksformen der Technik des Fotogramms zu, einem Verfahren, das Man Ray einige Jahre zuvor entwickelt hatte. Er assistierte Max Ernst beim Anfertigen der Blätter. Crevels Novelle handelt von einem jungen Mädchen, das während eines Abendessens im Kreise der Familie einen fantastischen Reigen um Erotik und Tod ersinnt, der sich an den Fragen entzündet: „Mr. Knife Miss Fork, What is death?, What is a whore?“. Darauf folgt ein Assoziationsreigen, den man wohl, in Abgrenzung zu der von Virginia Woolf und James Joyce entwickelten literarischen Methode, als „stream of subconsciousness“ bezeichnen kann. Hierzu schuf Max Ernst Frottagen in Negativkopie, die ambivalente Texturen mit deutlicher ausgeprägten figurativen Elementen verknüpfen. Auffällig unterscheiden sich diese Grafiken von den bisherigen Arbeiten in Ernsts Œuvre durch ihre Schwarz-Weiß-Kontrastierung. Diese wird allerdings in den meisten Fällen abgemildert mithilfe kreideartiger Verwischungen der Umrisse oder des Hinterfangens der Figuren und Gegenstände durch diffus gestaltete Objekte, die den traumhaft-flüchtigen, wenig greifbaren Charakter der Fantasien des Mädchens unterstreichen. Das Ergründen neuer künstlerischer Techniken ist als stete Suche nach dem adäquaten Ausdrucksmittel zu verstehen, das die Darstellung nicht mit eindeutigen Definitionen belegt, sondern vielmehr dazu angetan ist, auf die Deutungsmöglichkeiten in ihrer ganzen Vielfalt anzuspielen. Diese Suche und das damit verbundene technische Experimentieren sind ein roter Faden, der sich durch das gesamte Werk des Künstlers zieht. | Katharina Wippermann
Letzte Aktualisierung: 15.12.2025
Kontakt
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Sammlung Scharf-Gerstenberg
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ssg@smb.spk-berlin.de