La nuit
Ident. Nr.: SSG 165
ObjID: obj:1066000
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Sammlung Scharf-Gerstenberg
E-Mail:
ssg@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1943
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: La nuitDie NachtÜbersetzung: The Night
- Geografische Bezüge
- Material / Technik
- Bronze
- Abmessungen
- Höhe x Breite x Tiefe: 23 x 32 x 21 cm
- Erwerbung
- 2004 Dauerleihgabe der Stiftung Sammlung Dieter Scharf zur Erinnerung an Otto Gerstenberg
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/1066000
Objektbeschreibung
»Das Unbewusste ist es, was man an den Tag bringen muß, das ist das große Geheimnis der Kunst« – mit diesem Bekenntnis richtete sich Laurens vor allem gegen ein abbildhaftes Verständnis der Kunst, doch kann es gleicher-maßen auch als Zugang des Künstlers zur geistigen Welt des Surrealismus verstanden werden. Die surrealistische Plastik setzte etwa um 1930 ein und ist hauptsächlich verbunden mit Künstlern wie Hans Arp, Alberto Giaco-metti (ein Freund und Verehrer von Laurens), Max Ernst, Julio González, Joan Miró und Alexander Calder. Auch Picasso und Laurens näherten sich in den 1930er Jahren mit jeweils einigen plastischen Werken der surrealistisch-en Vorstellungswelt: Picasso mit voluminös erotischen Badenden und monumentalen Köpf-en, Laurens vornehmlich mit einigen figuralen Metamorphosen, zu denen die „Kleine Musikan-tin“ gehört, von der sich ein Exemplar in der Sammlung Scharf- Gerstenberg befindet. Zwitterwesen wie diese Kleinplastik zwischen Figuration und Musikinstrument, ja das Ver-schmelzen beider zu einem neuen, gleichsam musikalisch bewegten Klangkörper, gestaltete Laurens in dieser Zeit mehrfach: 1937 die „Musikantin mit Harfe“ sowie die Figur des „Amphion“, der die mythische Verwandlung von Architektur durch Musik verkörpert. Auch einige von Laurens’ Plastiken von 1935 wie „Die Mutter“ und „Rosa“, die in verschlüsselter Form Weibliches und Männliches in einer Figur vereinigen, besitzen diesen surrealistischen Aspekt. Eine kleine Liegende von 1940 ist direkt mit „Metamorphose“ betitelt und stellt ein Mischwesen zwischen Frauenkörper und Am-phibie dar. Und selbst die in Trauer versunkene „Nacht“, die die zeitweilige Rückkehr des Künstlers zur blockhaften Gestaltung unter dem Eindruck des Zweiten Weltkrieges doku-mentiert, weist mit ihrem Ineinander von Form-ballungen und mehrdeutigen Assoziationen surrealistische Anklänge auf – vergleichbar der zwei Jahre zuvor entstandenen Sinnfigur „Ab-schied“, die Laurens aus Betroffenheit über die erzwungene Emigration so vieler Freunde aus dem besetzten Paris geschaffen hat. | Anita Beloubek-Hammer
Letzte Aktualisierung: 10.11.2025
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Sammlung Scharf-Gerstenberg
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ssg@smb.spk-berlin.de