Instruments de musique
Ident. Nr.: SSG 173
ObjID: obj:1066130
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Sammlung Scharf-Gerstenberg
E-Mail:
ssg@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1925
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Instruments de musiqueMusikinstrumenteÜbersetzung: Musical Instruments
- Geografische Bezüge
- Material / Technik
- Bronze
- Abmessungen
- Höhe x Breite x Tiefe: 84 x 70 x 45 cm
- Erwerbung
- 2004 Dauerleihgabe der Stiftung Sammlung Dieter Scharf zur Erinnerung an Otto Gerstenberg
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/1066130
Objektbeschreibung
Diese wuchtig-ausladende Skulpturenformation verkörpert in ihrer schweren Überlagerung kubischer Massen viel von der geballten Vitalität, die Jacques Lipchitz gerade in den Jahren zwischen 1915 und 1925 in seinen Arbeiten zum Tragen kommen lässt. Nach der Ableistung seines Militärdienstes in Russland kehrte er nach Paris zurück, wo er schon seit 1909 an verschiedenen Kunstschulen studiert hatte, und kam dort mit den Kubisten in Berührung. Insbesondere mit Juan Gris befreundete er sich und nahm dessen Anregungen mit aller Intensität auf. Sind seine ersten Skulpturen noch ganz der blockhaften Strenge kubistischer Formgebung verpflichtet, so lockerte sich diese tektonische Bindung im Laufe der Zeit mehr und mehr auf zugunsten einer inneren Dynamik, die wie eine neue Verlebendigung erstarrter Materie erscheint. Die aufeinandergetürmten Musikinstrumente in der Skulptur von 1925 wirken wie surreale Wesen, die zwar ihre stereometrische Herkunft noch bezeugen, aber dennoch im Begriff sind, sich aus diesen objekthaften Begrenzungen zu lösen und zu fleischlichen Körpern zu mutieren. Die ganze Gruppierung wird von einem unbändigen Rhythmus durchwegt, der aber keine gemeinsame Ausrichtung findet, sondern sich vielmehr in einem kraftvollen Gegeneinander der einzelnen Detailformen artikuliert. Die noch spürbare Kreuzkonstruktion vermittelt so etwas wie einen letzten Halt, der die massigen, auseinanderdrängenden Volumen zusammenbindet. Im Wechsel zwischen sich großflächig verschließenden und sich zum Raum hin öffnenden Formen entsteht eine plastische Gemengelage, die geometrische Restbestände, Anklänge an maschinelle Kombinatorik und leibliche Körperbildung eng miteinander verbindet. „Der Kubismus“, so stellte Lipchitz einmal fest, „bedeutet in seinem Wesen ein Suchen nach einem neuen Formbau. Sobald man das Ziel erreicht hatte, lag kein Grund mehr vor, ihn nicht als Ausdruck einer umfassenden Botschaft zu gebrauchen. […] Darum bezeichne ich mich auch immer noch als Kubisten […] und [ich] beschränke mich nicht nur auf den Formbau des Kubismus.“ | Fritz Jacobi
Letzte Aktualisierung: 16.12.2025
Kontakt
Einrichtung:
Sammlung Scharf-Gerstenberg
E-Mail:
ssg@smb.spk-berlin.de