Kassandra
Ident. Nr.: SSG 194
ObjID: obj:1066023
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Sammlung Scharf-Gerstenberg
E-Mail:
ssg@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1934
- Geografische Bezüge
- Material / Technik
- Weiße und farbige Kreide auf dunklem Tonpapier, auf Karton montiert
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 35 x 27 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/1066023
Objektbeschreibung
Das Bewusstsein eines sich unaufhaltsam nähernden Unheils prägte das gesamte Werk Richard Oelzes. Von 1933 bis 1936 lebte der deutsche Künstler in Paris, wo er einen lockeren Kontakt zu den Surrealisten pflegte und auch an einigen ihrer Ausstellungen teilnahm. In Paris entstand auch eine Serie von Frauengestalten aus Literatur und Mythologie, die in pflanzliche Formen übergehen. In der Metamorphose begriffen, ist der Blick der trojanischen Seherin Kassandra am Betrachter vorbei in die Ferne gerichtet. Das starre Gesicht steht im Gegensatz zu den wuchernden Pflanzenformen. Die mattroten, filigranen Pflanzen über den angedeuteten Armen, die in der Geste des Nichthandelns verharren, betonen den großen, schweigenden Mund. Die schöne Kassandra war von Apoll mit der Gabe der Weissagung bedacht und später, als sie sein Liebeswerben zurückwies, verflucht worden, auf dass niemand ihre warnenden Rufe erhöre. Der sensible Umgang mit Farbe sollte bezeichnend für Oelzes weiteres Werk werden. Aus dem dunklen Grund des Kartons wurden die Formen mit weißer Kreide herausgearbeitet. Die Verschmelzungen unterstreichen die Verwandlung. Die Figur ist im Bild isoliert und aus dem Kontext der Mythologie herausgelöst, dennoch ist das Unheil, das sie erkennen kann, spürbar. | Silke Krohn
Letzte Aktualisierung: 16.12.2025
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Sammlung Scharf-Gerstenberg
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