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Formen

Ident. Nr.: SSG 29

ObjID: obj:1066014

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Hans Bellmer (1902 - 1975),
Künstler*in
Datierung
1943
Weitere Titel
Sammlungstitel: Formen
Übersetzung: Shapes
Abmessungen
Höhe x Breite: 32,7 x 25 cm
Erwerbung
2004 Dauerleihgabe der Stiftung Sammlung Dieter Scharf zur Erinnerung an Otto Gerstenberg

Objektbeschreibung

Schon während Bellmers Gefangenschaft im Internierungslager Les Milles bei Aix-en-Provence ab September 1939 und besonders während seiner rastlosen Reisen in den letzten Kriegsjahren durch den Süden Frankreichs taucht verstärkt das Motiv der Ziegelmauer auf. Die Mauer wird zum Symbol der Enge, wie sie Bellmer in der Gefangenschaft empfunden haben muss. Als Raumbeschreibung ist sie oft mit Durchbrüchen, die ins Nichts führen, versehen oder formt sich zum Körperpanzer. In „Formes“ beschreibt der Mauerverband einen gleichmäßig strukturierten, ebenmäßig braun-grauen Bildraum, der in seiner Geschlossenheit Bedrängnis schafft. In ihm sind zwei abstrakte Formen zentral platziert: Die hintere Form ist größer und erinnert in ihrer ausladenden, fließend-organischen Formation an das Verfahren der Décalcomanie. Nur wenige Stellen wurden mit Deckweiß gehöht, sie wirken wie Tropfen von zuviel Farbe, die stehen geblieben sind. Kontrastierend dazu befindet sich im Vordergrund ein von Löchern zerfressener, kantig-geometrischer Körper, welcher zu Teilen in plissierten Kegeln ausläuft. Die bei Bellmer immer wiederkehrenden Motive „Wurmstich“ und „Plissee“ ermöglichen Blicke auf das Innere, das sich im Zustand der Auflösung zu befinden scheint. Ohne anthropomorph zu gestalten, kehrt Bellmer das traditionelle Bild vom Weiblichen und Männlichen um, die organisch-weibliche Form dominiert deutlich den männlich-geometrischen Körper. | Melanie Franke/Nadine Ott

Letzte Aktualisierung: 16.01.2026

Kontakt

Einrichtung:

Sammlung Scharf-Gerstenberg

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Carceri d´invenzione: Torre cilindrica

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Die 16 Blätter umfassende Folge der Carceri D’Invenzione Di G. Battista Piranesi Archit[etto] Vene[ziano] gehört zu den be-rühmtesten Werken Giovanni Battista Pira-nesis. In Venedig geboren und zum Archi-tekten ausgebildet, wechselte der Künstler bald das Fach und den Ort: Das Bauen auf Papier, die Inszenierung von Veduten, das Erfinden gänzlich imaginärer, fantastischer Raumwelten, aber auch die archäologische Recherche sowie die theoretische, historische und technische Reflexion über die Baukunst nahmen sein ganzes Schaffen in Rom ein, wo er sich 1747 als Zeichner, Radierer und Schrift-steller niederließ. Der Titel Carceri D’Invenzione bleibt rätselhaft. Geht es um ›erfundene Gefäng-nisse‹ oder um ›Gefängnisse der Fantasie‹? Das Wortspiel umfasst die Auslotung der Be-dingungen der Vorstellungskraft und zugleich die Möglichkeit ihrer Entgrenzung. Faktisch rekurrieren die unwirklichen Darstellungen auf Bilder eines der wenigen Gesellschaftsbe-reiche, in denen Karzer architekturen eine tragende Rolle spielten: der Theater- und Opernbühne. Während die Erstauflage der Carceri (in 14 Blättern erschienen 1749/50) noch mit weniger Bildinventar, leichterem Linienspiel und helleren Flächen von der ve-nezianischen Art eines Canaletto oder Giovanni Battista Tiepolo geprägt ist, füllen, verdunkeln und verschachteln sich die Bilder in der Edition von 1761. Die Folge gilt traditionell – besonders bei den Dichtern und Denkern des Surrealis-mus – als Vorbote einer antiklassischen, psy-chisch unterlegten und bildformal innovativen Moderne. |Heinrich Schulze

Carceri d´invenzione: Scale e ponte levatoio

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Die 16 Blätter umfassende Folge der Carceri D’Invenzione Di G. Battista Piranesi Archit[etto] Vene[ziano] gehört zu den be-rühmtesten Werken Giovanni Battista Pira-nesis. In Venedig geboren und zum Archi-tekten ausgebildet, wechselte der Künstler bald das Fach und den Ort: Das Bauen auf Papier, die Inszenierung von Veduten, das Erfinden gänzlich imaginärer, fantastischer Raumwelten, aber auch die archäologische Recherche sowie die theoretische, historische und technische Reflexion über die Baukunst nahmen sein ganzes Schaffen in Rom ein, wo er sich 1747 als Zeichner, Radierer und Schrift-steller niederließ. Der Titel Carceri D’Invenzione bleibt rätselhaft. Geht es um ›erfundene Gefäng-nisse‹ oder um ›Gefängnisse der Fantasie‹? Das Wortspiel umfasst die Auslotung der Be-dingungen der Vorstellungskraft und zugleich die Möglichkeit ihrer Entgrenzung. Faktisch rekurrieren die unwirklichen Darstellungen auf Bilder eines der wenigen Gesellschaftsbe-reiche, in denen Karzer architekturen eine tragende Rolle spielten: der Theater- und Opernbühne. Während die Erstauflage der Carceri (in 14 Blättern erschienen 1749/50) noch mit weniger Bildinventar, leichterem Linienspiel und helleren Flächen von der ve-nezianischen Art eines Canaletto oder Giovanni Battista Tiepolo geprägt ist, füllen, verdunkeln und verschachteln sich die Bilder in der Edition von 1761. Die Folge gilt traditionell – besonders bei den Dichtern und Denkern des Surrealis-mus – als Vorbote einer antiklassischen, psy-chisch unterlegten und bildformal innovativen Moderne. |Heinrich Schulze

Carceri d'Invenzione: Frontespizio

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Carceri d´invenzione: Scalone con trofei e due bandiere

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Carceri d´invenzione: Arcate, fregio e piazza monumentale

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Carceri d'Invenzione: Il pozzo

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Carceri d'Invenzione: Pilastro ornato da mascheroni con anelli

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Carceri d'Invenzione: Arcata ornata da conchiglia

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Carceri d'Invenzione: Strumenti di tortura

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Carceri d'Invenzione: Gruppo di prigionieri sotto un grande arco

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