Carceri d'Invenzione: Frontespizio
Ident. Nr.: SSG 257-1
ObjID: obj:1386462
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Sammlung Scharf-Gerstenberg
E-Mail:
ssg@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1760
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Carceri d'Invenzione: FrontespizioKerker der Phantasie: TitelblattÜbersetzung: Imaginary Prisons: Title PageOriginaltitel: Page de titre: Prisons imaginaires
- Geografische Bezüge
- Material / Technik
- Radierung auf Papier
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 54,3 x 41 cm
- Erwerbung
- 2004 Dauerleihgabe der Stiftung Sammlung Dieter Scharf zur Erinnerung an Otto Gerstenberg
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/1386462
Objektbeschreibung
Die 16 Blätter umfassende Folge der Carceri D’Invenzione Di G. Battista
Piranesi Archit[etto] Vene[ziano] gehört zu den be-rühmtesten Werken
Giovanni Battista Pira-nesis. In Venedig geboren und zum Archi-tekten
ausgebildet, wechselte der Künstler bald das Fach und den Ort: Das Bauen
auf Papier, die Inszenierung von Veduten, das Erfinden gänzlich
imaginärer, fantastischer Raumwelten, aber auch die archäologische
Recherche sowie die theoretische, historische und technische Reflexion
über die Baukunst nahmen sein ganzes Schaffen in Rom ein, wo er sich
1747 als Zeichner, Radierer und Schrift-steller niederließ. Der Titel
Carceri D’Invenzione bleibt rätselhaft. Geht es um ›erfundene
Gefäng-nisse‹ oder um ›Gefängnisse der Fantasie‹? Das Wortspiel umfasst
die Auslotung der Be-dingungen der Vorstellungskraft und zugleich die
Möglichkeit ihrer Entgrenzung. Faktisch rekurrieren die unwirklichen
Darstellungen auf Bilder eines der wenigen Gesellschaftsbe-reiche, in
denen Karzer architekturen eine tragende Rolle spielten: der Theater-
und Opernbühne. Während die Erstauflage der Carceri (in 14 Blättern
erschienen 1749/50) noch mit weniger Bildinventar, leichterem
Linienspiel und helleren Flächen von der ve-nezianischen Art eines
Canaletto oder Giovanni Battista Tiepolo geprägt ist, füllen, verdunkeln
und verschachteln sich die Bilder in der Edition von 1761. Die Folge
gilt traditionell – besonders bei den Dichtern und Denkern des
Surrealis-mus – als Vorbote einer antiklassischen, psy-chisch
unterlegten und bildformal innovativen Moderne. |Heinrich Schulze
Letzte Aktualisierung: 10.12.2025
Kontakt
Einrichtung:
Sammlung Scharf-Gerstenberg
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ssg@smb.spk-berlin.de