Der behexte Knecht und sein Ross (nach Baldung Grien)
Ident. Nr.: SSG 291
ObjID: obj:1066139
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Sammlung Scharf-Gerstenberg
E-Mail:
ssg@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1971
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Der behexte Knecht und sein Ross (nach Baldung Grien)Übersetzung: The Bewitched Farm Hand and His Horse (after Baldung Grien)Originaltitel: Le valet ensorselé et son cheval (après Baldung Grien)
- Material / Technik
- Aquarell und Bleistift auf bräunlichem Papier
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 28,2 x 21,1 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/1066139
Objektbeschreibung
Die Zeichnung aus dem Jahr 1971 belegt André Thomkins’ vielschichtige, oft in die fantastische Überbietung ausgreifende Auseinandersetzung mit Bildformulierungen der abendländischen Kunstgeschichte. 1970 hatte er mit zeichnerischen, häufig farbigen Paraphrasen auf Werke etwa von Johann Heinrich Füssli oder Arnold Böcklin begonnen. Hier nun ist es der 1544 geschaffene Holzschnitt „Der behexte Stallknecht“ von Hans Baldung, genannt Grien, der unter anderem wegen der perspektivisch extrem verkürzten Darstellung des Stallknechts aus der Untersicht berühmt ist. Nachdem Thomkins 1969 in der Basler Galerie Felix Handschin seine erste große Einzelausstellung hatte, folgte am Kupferstichkabinett in Basel im Herbst des Jahres 1971 die erste Museumsausstellung. Das Blatt der Sammlung Scharf-Gerstenberg gehört zu den 240 Exponaten, die größtenteils eigens für die Ausstellung angefertigt wurden. Im Basler Kupferstichkabinett, wo Thomkins zahlreiche Anregungen für seine paraphrasierenden Zeichnungen fand (darunter Werke von Adolf Wölfli, Paul Klee, Max Ernst und Otto Meyer-Amden), studierte er auch den Holzschnitt Baldungs, der ihm als Vorlage diente. Im Vergleich zur Vorlage von Baldung zieht Thomkins die Szene ein wenig in die Breite. Der architektonische Rahmen wird vereinfacht und verändert. Auch beziehen sich die vom Künstler mittels Bleistift und weißer Tusche vorgenommenen Schraffuren auf dem bräunlichen Papier keineswegs auf die modellierenden Liniensetzungen des Holzschnitts. Über leichte Abweichungen in Proportionen und Perspektive hinaus ist die Ausgestaltung des annähernd quadratischen Stallfensters im Hintergrund des Pferdes eine Erfindung des Künstlers: Es hat den Anschein, als würde das Fenstermotiv bei fortschreitender Verkleinerung ins Unendliche fortlaufen.| Andreas Schalhorn
Letzte Aktualisierung: 16.01.2026
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Sammlung Scharf-Gerstenberg
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