Luftschlösschen
Ident. Nr.: SSG 131
ObjID: obj:1065913
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Sammlung Scharf-Gerstenberg
E-Mail:
ssg@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1915
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: LuftschlösschenÜbersetzung: Little Castle in the AirOriginaltitel: Petit château en Espagne
- Geografische Bezüge
- Material / Technik
- Radierung auf Zink
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 9,1 x 21,3 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/1065913
Objektbeschreibung
Aus dem spielerisch-freien Umgang mit streng konstruktiven Formen entwickelte Klee eine architektonische Struktur, deren Fantastik ihn dazu veranlasste, dafür den Titel „Luftschlösschen“ zu assoziieren. Die Radierung steht im Zusammenhang einer größeren Werkgruppe, in der Klee zwischen 1915 und 1923 mittels kubistischer Formen durch Aneinanderfügen in verschiedenen Winkeln räumliche Wirkungen erzeugte, die allerdings der gewohnten Erfahrungsperspektive zuwiderliefen. Ausgangspunkt für diese Experimente mit der Wahrnehmung war die 1886 erschienene Schrift des Physikers und Physiologen Ernst Mach „Die Analyse der Empfindungen und das Verhältnis des Physischen zum Psychischen“. Klee hatte sich bereits 1905 ausführlich mit den darin geschilderten optischen Problemen beschäftigt und aktualisierte nun unter dem Eindruck des Kubismus seine Lektüre. Er übernahm insbesondere die von Mach abgebildeten „Raumformen Fahne und Buch“, aus welchen sich auch maßgeblich das „Luftschlösschen“ aufbaut. Die Kreise sind – wie in der zur selben Zeit entstandenen Zeichnung „Herz und Auge“ – als Köpfe oder Augen zu identifizieren. Eine vegetative Form im Zentrum wird hinterfangen von einer Architektur, die nach dem Muster der Gestaltwahrnehmung auch figürlich lesbar wird. | Dieter Scholz
Letzte Aktualisierung: 15.12.2025
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