Rêve d'étudiant
Ident. Nr.: SSG 175
ObjID: obj:1065876
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Sammlung Scharf-Gerstenberg
E-Mail:
ssg@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1926
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Rêve d'étudiantStudententraumÜbersetzung: The Student’s Dream
- Material / Technik
- Öl, Ripolin und Bleistift auf Leinwand
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 80,3 x 70 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/1065876
Objektbeschreibung
Das Gemälde „Rêve d’étudiant“ (Studententraum) von 1926 zählt zum Frühwerk René Magrittes. Erst ein Jahr zuvor, 1925, war Magrittes erstes surrealistisches Gemälde, „La fenêtre“ (Das Fenster), entstanden. Etwa zur gleichen Zeit machte er die Bekanntschaft der Schriftsteller und Künstler Édouard L. T. Mesens, Jean Scutenaire und Paul Nougé sowie des späteren Kunsthändlers Camille Goemans, mit denen er bis 1930 die surrealistische Gruppe in Belgien bildete. Ähnlich einer „gemalten Collage“, wie Max Ernst einmal die Gemälde Magrittes bezeichnete, besteht „Rêve d’étudian“t aus der Zusammenführung von beziehungslosen, in unterschiedlichem Größenverhältnis dargestellten Gegenständen in einem gemeinsamen Raum. Dieser Raum ist, wie häufig in Magrittes Werken, schwer auszumachen. Der Baum, welcher aufgrund seines Stammes in Form eines übergroßen Balusters eigentlich kein Baum ist, und der helle, unebene Untergrund suggerieren einen Außenraum. Dagegen wird durch den vielfach bei Magritte dargestellten Vorhang im Vordergrund sowie durch den Hintergrund, bei dem es sich auf den ersten Blick um ein Fenster nach draußen, auf den zweiten Blick aber auch um ein gerahmtes Bild handeln könnte, eine bühnenartige Raumsituation geschaffen. Mit Bühne oder Theater lässt sich auch die marionettenartige, aus Balustern und Saiten zusammengesetzte Figur unter dem Baum in Verbindung bringen, wobei die Saiten im Zusammenhang mit den ebenfalls dargestellten Instrumenten-Schalllöchern entfernt an die Notenblätter in Magrittes frühen Papiers collés erinnern. Die Freilegung des Unbewussten und des Traumes, die der Titel des Werkes verspricht, spielt in Magrittes Werk jedoch eine nur untergeordnete Rolle. Im Vordergrund steht vielmehr die Verrätselung und somit die konstante Befragung der Wirklichkeit, welche durch die überraschende Kombination des nicht Zusammengehörigen und des Widersprüchlichen sowie die Verunklärung bzw. die Nichtbestimmung der Raumsituation durch Vorhänge, Türen, Fenster und Bild-im-Bild-Konstrukte hervorgerufen wird, wie sie auch bei Giorgio de Chirico wiederholt thematisiert wird. | Juliane Pönisch
Letzte Aktualisierung: 17.07.2026
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Sammlung Scharf-Gerstenberg
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