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Frühling in einem Dorf am Fluss

Ident. Nr.: 1983-18

ObjID: obj:1142994

Details (Expert)

Beteiligte
Okada Beisanjin 岡田米山人 (1744 - 1820),
Maler*in
Datierung
Edo (Tokugawa)-Zeit
datiert 1812
Geografische Bezüge
Japan,
Land
Abmessungen
Bildmaß: 126,4 x 40,3 cm
Objektmaß: 205 x 60 cm (Montierung)

Objektbeschreibung

Okada Beisanjin gehörte zur Schicht jener in der späten Tokugawa-Zeit zahlreich anzutreffenden, wohlhabenden Amateure, denen ihr Vermögen Zugang zu Bildung und gesellschaftlichem Ansehen erschloss. Sein Einkommen verdankte er einer Reisweinbrauerei in Osaka; dem Studium chinesischer Schriften den Status als konfuzianischer Gelehrter im Dienste des Feudalfürsten der Provinz Tsu. Sein Haus war ein Treffpunkt für sinophile Intellektuelle, Dichter und Maler. Diese im Alter von 68 Jahren entstandene Landschaft bezeugt seine umfassende Bildung in allen Literatenkünsten. Eine Steinbrücke über den Fluss, ein Bergtempel und Gelehrte in Booten und Pavillons illustrieren beredt das Ideal des Literatenlebens. Leichte Farben überziehen die Landschaft mit einem zarten Frühlingsschleier und verleihen der von einem Fluss und üppiger Vegetation geprägten Bergkulisse etwas Fantastisches. So nimmt es wenig Wunder, dass Beisanjin in seiner Aufschrift auf einen utopischen Topos chinesischer Dichtung Bezug nimmt, eine von der Zivilisation unverdorbene Dorfgemeinschaft, die in einem abgeschiedenen Bergtal lebte, zu dem blühende Pfirsichbäume den Weg weisen.

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Museum für Asiatische Kunst

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Landschaft

Landschaft

Eingebettet zwischen den monumentalen, hoch aufragenden Bergmassiven im Hintergrund und den sanften Hügeln und Baumgruppen im Vordergrund sind kleine, einfache Siedlungen zu sehen. Vereinzelte Figuren, die alltäglichen Tätigkeiten nachgehen, beleben die idyllische, ländliche Szene. Mittels haarfeiner Hanffaser-Strukturstriche sowie rhythmisch getupfter Moospunkte, die charakteristische Elemente der Literatenmalerei sind, vermochte der Künstler Plastizität und Volumenhaftigkeit der festen Erdmassen zu erzeugen. Subtile ockerbraune und hellgrüne Lavisflächen deuten auf die frühsommerliche Jahreszeit hin und verleihen der Darstellung eine wohltuende Frische. Die dezente Farbgebung evoziert zudem eine lyrische Atmosphäre. Matsumura Gekkei studierte ab 1781 die Malkunst und die Haikai-Dichtkunst beim berühmten Literatenmaler Yosa Buson (1716–1783). Im Jahre 1781 zog Gekkei von Kyoto nach Ikeda, einem kleinen Ort in der Nähe von Osaka, wo er bis 1789 blieb. Das Pseudonym Goshun legte er sich während dieser Zeit, in Anlehnung an den alten Namen Ikedas, zu. Das vorliegende Stellschirmpaar gehört zu den repräsentativsten Werken dieser frühen Schaffensperiode, in welcher der Einfluss Busons sich sehr stark bemerkbar macht. Vor allem in der Behandlung von Felsen sowie in der Charakterisierung von Figuren ist die Handschrift des prominenten Meisters deutlich erkennbar. Goshuns Tendenz zur lyrischen Bildstimmung, die ein Wesensmerkmal seines Werkes ist, tritt hier bereits deutlich zu Tage. Nach seiner Rückkehr aus Ikeda nach Kyoto in den Jahren 1788/89 trat Goshun in das Studio des äußerst populären Malers Maruyama Ōkyo (1733–1795) ein. Von Ōkyo übernahm Goshun den naturalistischen, dekorativen Malstil und verband ihn erfolgreich mit den Elementen der Literatenmalerei, die er von Buson gelernt hatte. Nach Ōkyos Tod im Jahre 1795 führte Goshun ein eigenes Studio, das sich an der Shijō-Straße in Kyoto befand und seiner Schule ihren Namen gab, der Shijō-Schule.