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Ansicht des Westsees

Ident. Nr.: 1980-3 b

ObjID: obj:1249825

Details (Expert)

Beteiligte
Kanō-Schule,
Hersteller*in
Datierung
Edo (Tokugawa)-Zeit
1. Hälfte 17. Jh.
Geografische Bezüge
Japan,
Land
Abmessungen
Bildmaß: 143,5 x 347,6 cm
Höhe x Breite: 164 x 371 cm (Montierung)

Objektbeschreibung

Aufgrund seiner reizvollen Lage und der religiösen Bedeutung als Wiege des Chan-Buddhismus (j. Zen), gehört der bei Hangzhou (Provinz Zhejiang) gelegene Westsee seit alters her zu den beliebtesten Reisezielen in China. Berühmte Dichter und Künstler pilgerten dorthin und ließen sich von der überwältigenden Schönheit der Natur inspirieren. Bereits seit der Song-Zeit (979–1279) erscheint das Motiv in der Malerei Chinas, vor allem als eine der „Acht Ansichten der Landschaften um die Flüsse Xiao und Xiang“. In Japan erfreuten sich Darstellungen des Themas in der Momoyama- (1568–1603) und Tokugawa-Zeit (1615–1868) einiger Beliebtheit. Häufig wurden Panoramaansichten des Westsees, wie diese Werkstattarbeit des in Kyoto tätigen Zweigs der Kano-Schule, auf Stellschirmen und Schiebetüren dargestellt. Obwohl es sich dabei um Bilder einer real existierenden Landschaft handelt, entsprechen die japanischen Interpretationen selten dem tatsächlichen Aussehen des Ortes. Denn die Maler kannten die viel gerühmte Landschaft meist nur aus Erzählungen oder der Bildtradition. Zudem modifizierten sie die Topographie häufig zugunsten einer harmonischen Komposition. Motive wie Steinbrücken oder Tempel genügten jedoch, um die Assoziation des Westsees hervorzurufen.

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Museum für Asiatische Kunst

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Landschaft

Landschaft

Eingebettet zwischen den monumentalen, hoch aufragenden Bergmassiven im Hintergrund und den sanften Hügeln und Baumgruppen im Vordergrund sind kleine, einfache Siedlungen zu sehen. Vereinzelte Figuren, die alltäglichen Tätigkeiten nachgehen, beleben die idyllische, ländliche Szene. Mittels haarfeiner Hanffaser-Strukturstriche sowie rhythmisch getupfter Moospunkte, die charakteristische Elemente der Literatenmalerei sind, vermochte der Künstler Plastizität und Volumenhaftigkeit der festen Erdmassen zu erzeugen. Subtile ockerbraune und hellgrüne Lavisflächen deuten auf die frühsommerliche Jahreszeit hin und verleihen der Darstellung eine wohltuende Frische. Die dezente Farbgebung evoziert zudem eine lyrische Atmosphäre. Matsumura Gekkei studierte ab 1781 die Malkunst und die Haikai-Dichtkunst beim berühmten Literatenmaler Yosa Buson (1716–1783). Im Jahre 1781 zog Gekkei von Kyoto nach Ikeda, einem kleinen Ort in der Nähe von Osaka, wo er bis 1789 blieb. Das Pseudonym Goshun legte er sich während dieser Zeit, in Anlehnung an den alten Namen Ikedas, zu. Das vorliegende Stellschirmpaar gehört zu den repräsentativsten Werken dieser frühen Schaffensperiode, in welcher der Einfluss Busons sich sehr stark bemerkbar macht. Vor allem in der Behandlung von Felsen sowie in der Charakterisierung von Figuren ist die Handschrift des prominenten Meisters deutlich erkennbar. Goshuns Tendenz zur lyrischen Bildstimmung, die ein Wesensmerkmal seines Werkes ist, tritt hier bereits deutlich zu Tage. Nach seiner Rückkehr aus Ikeda nach Kyoto in den Jahren 1788/89 trat Goshun in das Studio des äußerst populären Malers Maruyama Ōkyo (1733–1795) ein. Von Ōkyo übernahm Goshun den naturalistischen, dekorativen Malstil und verband ihn erfolgreich mit den Elementen der Literatenmalerei, die er von Buson gelernt hatte. Nach Ōkyos Tod im Jahre 1795 führte Goshun ein eigenes Studio, das sich an der Shijō-Straße in Kyoto befand und seiner Schule ihren Namen gab, der Shijō-Schule.