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Fasan auf Kiefer und kleine Vögel

Ident. Nr.: 1969-1a

ObjID: obj:1249844

Geschenk, Rudolf Siederslebensche Otto-Wolff-Stiftung, Köln

Details (Expert)

Beteiligte
Kano Sansetsu 狩野山雪 (1589 - 1651),
Maler*in
Datierung
Edo (Tokugawa)-Zeit
ca. 1624–1644
Geografische Bezüge
Japan,
Land
Abmessungen
Objektmaß: 178 x 363 cm
Erwerbung
Schenkung 1969

Objektbeschreibung

Der Tradition der Momoyama-zeitlichen Malerei des späten 16. Jahrhunderts auf Schiebetüren und Stellschirmen folgend, rückt Sansetsu die Bäume − eine alte, knorrige Kiefer auf dem rechten Schirm und einige schlanke, geradlinig gewachsene japanische Zedern auf dem linken − sehr nah in den Vordergrund, sodass die gewaltigen Dimensionen der Bäume durch den Anschnitt verdeutlicht werden. Die gewundenen Äste der Kiefer sowie die in flammenartigen Nadelbüschen endenden Zweige der Zedern ragen weit über das Bildformat hinaus und vermitteln den für die Ausstattung repräsentativer Innenräume angestrebten Eindruck von Monumentalität. Der Hintergrund ist beinahe vollständig mit quadratischer Blattgoldfolie ausgelegt. Zudem wird vereinzelt Goldtusche angewandt, um die Umrisse der Wolkenbänder und den Boden der Landschaft anzudeuten. Der Effekt ist nicht nur prächtig, sondern diente in größeren Räumen auch der reflektierenden Verstärkung der meist schwachen Lichtquellen.
Aufgrund der Positionierung der Bildelemente und der opak aufgetragenen Pigmente auf Goldgrund wirkt die Komposition recht plakativ. Durch die Andeutung einer hügeligen Landschaft, die zwischen den aufgelockerten Wolkenbändern auf den ersten zwei Paneelen des linken Schirmes hindurch schimmert, erhält sie jedoch räumliche Tiefe. Die Repoussoir-Bäume an den Bildrändern verleihen der Komposition Leichtigkeit und Spannung. Die Tendenz zum extravaganten Bildaufbau und die dynamische, aber in den Details souveräne Pinselsprache sind charakteristisch für Sansetsu, der in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts die Geschicke des in Kyoto ansässigen Teils der Kano-Schule ganz wesentlich bestimmte.
SM8HF

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Museum für Asiatische Kunst

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Nô-Maske, Typ “Junge Frau“ (ko-omote)

Nô-Maske, Typ “Junge Frau“ (ko-omote)

Der Maskentyp des "Kleinen Gesichts" (ko-omote) wurde für die Darstellungen der anmutigen, jungen Frauengestalten in Drittspielen (Katsura Nô) geschaffen. Er spiegelt das weibliche Schönheitsideal der Heian-Zeit wider. Das ins rundliche gehende ovale Gesicht verjüngt sich zur Stirn hin und wird durch die aufgeschminkten, hoch angesetzten Augenbrauen zusätzlich gelängt. Die Augenwinkel verlaufen in einer geraden Linie, die Sehlöcher sind eckig. Die Nasenlöcher sind weich geformt, ähnlich wie der leicht geöffnete Mund, der die geschwärzten Zähne sichtbar werden läßt. Die Unterlippe ist betont vorgeschoben und endet in hochgezogenen Mundwinkeln. Es formt sich das für die Ko-omote charakteristische jugendlich-unbekümmerte Lächeln. Die Wangen sind füllig, das leichte Doppelkinn wird auffallend plastisch formuliert. Der Ausdruck lieblicher, verinnerlichter Schönheit jedoch, wie ihn die überlieferten Abbilder (utsushi) der dem Schnitzer Tatsuemon (Ende 14. Jahrhundert) zugeschriebenen Prototypen (honmen) besitzen, ist bei dieser Maske einer derberen Nuance gewichen und läßt sie in die Nähe des Maskentyps der Manbi (Tausend Koketterien) rücken. Diese Maske verkörpert die sinnlich-erotischen Aspekte der Frauengestalten im Nô und wurde erstmals zu Beginn der Tokugawa-Zeit, als die Entstehung neuer Spiele neue Maskentypen erforderte, geschaffen. Die drei feinen, seitlich verlaufenden parallelen Haarsträhnen (kegaki) geben jedoch den eindeutigen Hinweis auf den Typ der Ko-omote, da sie bei der Maske der Manbi nicht vorkommen. Im Laufe der Tokugawa-Zeit bildeten sich die repräsentativen Frauenmasken für weibliche Hauptrollen innerhalb der großen Nô-Schulen heraus. Zwei Familien, Komparu und Kita, benutzen den Typ der Ko-omote bis heute dafür. Die anderen Schulen wählten Masken vom Ko-omote-Typ für ihre weiblichen Nebenrollen (tsure). Möglicherweise handelt es sich bei unserer unsignierten Maske um eine solche tsuremen. [SM8HF]

Landschaft

Landschaft

Eingebettet zwischen den monumentalen, hoch aufragenden Bergmassiven im Hintergrund und den sanften Hügeln und Baumgruppen im Vordergrund sind kleine, einfache Siedlungen zu sehen. Vereinzelte Figuren, die alltäglichen Tätigkeiten nachgehen, beleben die idyllische, ländliche Szene. Mittels haarfeiner Hanffaser-Strukturstriche sowie rhythmisch getupfter Moospunkte, die charakteristische Elemente der Literatenmalerei sind, vermochte der Künstler Plastizität und Volumenhaftigkeit der festen Erdmassen zu erzeugen. Subtile ockerbraune und hellgrüne Lavisflächen deuten auf die frühsommerliche Jahreszeit hin und verleihen der Darstellung eine wohltuende Frische. Die dezente Farbgebung evoziert zudem eine lyrische Atmosphäre. Matsumura Gekkei studierte ab 1781 die Malkunst und die Haikai-Dichtkunst beim berühmten Literatenmaler Yosa Buson (1716–1783). Im Jahre 1781 zog Gekkei von Kyoto nach Ikeda, einem kleinen Ort in der Nähe von Osaka, wo er bis 1789 blieb. Das Pseudonym Goshun legte er sich während dieser Zeit, in Anlehnung an den alten Namen Ikedas, zu. Das vorliegende Stellschirmpaar gehört zu den repräsentativsten Werken dieser frühen Schaffensperiode, in welcher der Einfluss Busons sich sehr stark bemerkbar macht. Vor allem in der Behandlung von Felsen sowie in der Charakterisierung von Figuren ist die Handschrift des prominenten Meisters deutlich erkennbar. Goshuns Tendenz zur lyrischen Bildstimmung, die ein Wesensmerkmal seines Werkes ist, tritt hier bereits deutlich zu Tage. Nach seiner Rückkehr aus Ikeda nach Kyoto in den Jahren 1788/89 trat Goshun in das Studio des äußerst populären Malers Maruyama Ōkyo (1733–1795) ein. Von Ōkyo übernahm Goshun den naturalistischen, dekorativen Malstil und verband ihn erfolgreich mit den Elementen der Literatenmalerei, die er von Buson gelernt hatte. Nach Ōkyos Tod im Jahre 1795 führte Goshun ein eigenes Studio, das sich an der Shijō-Straße in Kyoto befand und seiner Schule ihren Namen gab, der Shijō-Schule.