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Ansicht des Uji-Flusses

Ident. Nr.: 3629

ObjID: obj:1252051

Schenkung Marie Meyer und Ernst Grosse

Details (Expert)

Beteiligte
Kikuchi Yōsai 菊池容斎 (1788 - 1878),
Maler*in
Datierung
Edo (Tokugawa)-Zeit
zyklisch datiert (1843)
Geografische Bezüge
Japan,
Land
Abmessungen
Bildmaß: 41 x 56,4 cm

Objektbeschreibung

Mit deutlichem Bemühen um eine naturgetreue Wiedergabe sind der die obere Bildhälfte ausfüllende Himmel sowie die Umrisse der Bergkette, einzelner Gebäude und Bäume am jenseitigen Ufer einer Wasserfläche dargestellt. Die Brücke am linken Bildrand, auf welcher Passanten schattenhaft auszumachen sind, deutet an, dass es sich hier um einen übertrieben breit geschilderten Flusslauf handelt. An dessen diesseitigem Ufer ist der Standpunkt des Malers / Betrachters zu denken. Eine Aufschrift auf dem Aufbewahrungskasten des Bildes verrät, dass es sich um die Brücke bei der Ortschaft Uji, bekannt für wohlschmeckenden Tee sowie den Tempel Byōdōin und mithin den gleichnamigen Uji-Fluss handelt. Typisch für den auch als Setagawa bekannten Fluss ist das mit Feuerholz oder Reisig hoch beladene Lastboot. Der zwischen den Städten Kyoto und Nara gelegene Ort ist ein beliebtes Ausflugsziel. Zudem unterhielten dort Mitglieder der Hofaristokratie und wohlhabende Städter Sommerresidenzen.
Diese Ansicht des hauptsächlich für seine Historienbilder bekannten Malers, ist charakteristisch für das bereits Ende des 18. Jahrhunderts zunehmende Interesse am Landschaftsstudium nach der Natur.

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Museum für Asiatische Kunst

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Landschaft

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Eingebettet zwischen den monumentalen, hoch aufragenden Bergmassiven im Hintergrund und den sanften Hügeln und Baumgruppen im Vordergrund sind kleine, einfache Siedlungen zu sehen. Vereinzelte Figuren, die alltäglichen Tätigkeiten nachgehen, beleben die idyllische, ländliche Szene. Mittels haarfeiner Hanffaser-Strukturstriche sowie rhythmisch getupfter Moospunkte, die charakteristische Elemente der Literatenmalerei sind, vermochte der Künstler Plastizität und Volumenhaftigkeit der festen Erdmassen zu erzeugen. Subtile ockerbraune und hellgrüne Lavisflächen deuten auf die frühsommerliche Jahreszeit hin und verleihen der Darstellung eine wohltuende Frische. Die dezente Farbgebung evoziert zudem eine lyrische Atmosphäre. Matsumura Gekkei studierte ab 1781 die Malkunst und die Haikai-Dichtkunst beim berühmten Literatenmaler Yosa Buson (1716–1783). Im Jahre 1781 zog Gekkei von Kyoto nach Ikeda, einem kleinen Ort in der Nähe von Osaka, wo er bis 1789 blieb. Das Pseudonym Goshun legte er sich während dieser Zeit, in Anlehnung an den alten Namen Ikedas, zu. Das vorliegende Stellschirmpaar gehört zu den repräsentativsten Werken dieser frühen Schaffensperiode, in welcher der Einfluss Busons sich sehr stark bemerkbar macht. Vor allem in der Behandlung von Felsen sowie in der Charakterisierung von Figuren ist die Handschrift des prominenten Meisters deutlich erkennbar. Goshuns Tendenz zur lyrischen Bildstimmung, die ein Wesensmerkmal seines Werkes ist, tritt hier bereits deutlich zu Tage. Nach seiner Rückkehr aus Ikeda nach Kyoto in den Jahren 1788/89 trat Goshun in das Studio des äußerst populären Malers Maruyama Ōkyo (1733–1795) ein. Von Ōkyo übernahm Goshun den naturalistischen, dekorativen Malstil und verband ihn erfolgreich mit den Elementen der Literatenmalerei, die er von Buson gelernt hatte. Nach Ōkyos Tod im Jahre 1795 führte Goshun ein eigenes Studio, das sich an der Shijō-Straße in Kyoto befand und seiner Schule ihren Namen gab, der Shijō-Schule.