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Weintrauben und Flasche

Ident. Nr.: NG-FCFC 91/08

ObjID: obj:1386613

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Albert Renger-Patzsch (22.6.1897 - 27.9.1966),
Fotograf*in
Datierung
Aufnahme: ca. 1925
Weitere Titel
Sammlungstitel: Weintrauben und Flasche
Übersetzung: Grapes and Bottle
Abmessungen
Höhe x Breite: 17,1 x 22,9 cm

Objektbeschreibung

Organische und geometrische Formen stehen in der Fotografie „Weintrauben und Flasche“ in enger Verbindung miteinander. Das Licht fällt hauptsächlich auf die von der Rankhilfe gebildete Struktur, die in der Aufnahme am schärfsten ist, während Weintrauben und Flasche, um die es im Titel geht, mehr silhouettenhaft und teilweise verschwommen zu sehen sind. Die Objekte im Vordergrund sind eher dunkel, aber identifizierbar, der Hintergrund ist zwar hell, jedoch schwerer zu verorten. Renger-Patzschs andere Pflanzenbilder in der Sammlung der Nationalgalerie („Maisstiel mit Blüte“, NG-FCFC 89/08, und „Sonnenblume von hinten“, NG-FCFC 90/08) zeigen konkrete Blüten in ungewöhnlicher, scharfer Nahaufnahme, während hier eine Szene des Wachstums beziehungsweise Anbaus erfasst zu sein scheint. | Emily Joyce Evans

Letzte Aktualisierung: 15.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Multiplex D

Multiplex D

Die kleine Serie der „Multiplex“-Holzschnitte führt eine Idee fort, die Albers wenige Jahre zuvor beispielsweise in „Above the Water“ (1944; NG-FCFC 171/14) bereits umgesetzt hatte. In „Multiplex B“ und „Multiplex D“ bleibt die Holzmaserung des Druckstocks in der schwarzen Farbe sichtbar und erzeugt einen doppelten Effekt. Zum einen spielt Albers mittels der Maserung mit der Darstellung von Tiefe, zum anderen bieten die unregelmäßigen, leichten Wellen einen subtilen Kontrast zu den klaren, geraden weißen Linien der Figur. Die Klarheit dieser Linien täuscht, denn die gezeichneten Formen sind alles andere als simpel. Auf den ersten Blick sehen sie aus wie Schrägbilder dreidimensionaler, durchsichtiger Körper. Doch Albers’ Linien bilden keine Körper, denn keine Linie, keine angedeutete Fläche ist einem Vorn oder Hinten eindeutig zuzuordnen. Es geht hier um die Logik der Wahrnehmung, die „prekäre Unzuverlässigkeit unseres Sehens, unseres schöpferischen Falschsehens“ (Werner Spies, Surrealistische Geometrie, in: Josef Albers, Ausst.-Kat., Düsseldorf, 1970, S. 2). Das optische Erleben ist in Albers’ Werk zentral. Schon 1933, bei seiner Ankunft in den USA nach der Emigration aus Deutschland, sagte er, es sei sein Ziel, die Augen seiner Studierenden zu öffnen. So oft der Blick auch über Linien und Formen streift, diese bleiben offen und verweigern sich einer sauberen Definition als Umriss, Fläche oder Körper. Das Rätsel soll sich nicht lösen. Die „Multiplex“-Serie entstand zwischen 1946 und 1948. Die Blätter A bis D wurden in Editionen von 25 bzw. 30 Exemplaren gedruckt (WVZ Danilowitz 2010, Nr. 120–123); „Multiplex B“ bis „Multiplex D“ erschienen bei der Biltmore Press in Asheville, North Carolina. | Emily Joyce Evans