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Fruchtbarkeitsobjekt

Ident. Nr.: NG 4/13

ObjID: obj:1386793

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Hans Peter Alvermann (1931 - 2006),
Künstler*in
Datierung
1962
Weitere Titel
Sammlungstitel: Fruchtbarkeitsobjekt
Übersetzung: Fertility Object
Material / Technik
Gips
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 78 x 117 x 26 cm
Erwerbung
1979 Schenkung des Künstlers, Düsseldorf

Objektbeschreibung

In der Kunst unterschiedlichster Kulturen werden Rundungen oder phallische Formen als weiblich oder männlich wie auch die Darstellung einer Fülle von Pflanzen symbolisch mit Fruchtbarkeit verbunden. Das ist bei Alvermann nur zum Teil der Fall. Einige der Symbole im „Fruchtbarkeitsobjekt“ scheinen der Plastik „Menetekel oder Ausgrabungsstück zu bevorstehenden unruhigen Zeiten“ (aus dem Vorjahr (NG 1/13) entlehnt: Auch hier ruht ein Fuß auf einer dekorativen Leiste und es finden sich Referenzen auf den Klassizismus, etwa mit dem hellen Gips und in der halbrunden Muschelform oben, zu der sich ein lianenartig gewundener Stengel aus einer Vase hinaufrankt. Statt einer Vertiefung wie bei „Menetekel“ findet sich hier auf der rechten Seite eine eiförmige Wölbung mit einem runden Loch. Darin halten die Finger einer Hand eine kleine, augenähnliche Kugel, als würde ein Geheimnis zur näheren Betrachtung angeboten. Rechts die Wölbung und links ein Kreis mit Punkt in der Mitte: Hier könnten Brüste gemeint sein, doch die Formensprache ist zu weit davon entfernt. So bedeutungsschwer die Arbeit auch zu sein scheint, die Interpretation bleibt vage. Allgemein berühren Alvermanns Schriften aus den 1960er-Jahren keine Fragen nach der Form, sondern befassen sich eher mit Kunst als Ware, der Politisierung der Ästhetik, wirtschaftlichen Verhältnissen der Gesellschaft, der Befreiung der Kunst und der Menschen von den herrschenden hegemonialen Strukturen. Welche Bezüge die Elemente dieser Plastik dazu haben und ob sie ironisch oder ernsthaft gemeint ist, verrät das Werk nicht. | Emily Joyce Evans

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

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„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson