Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1962
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: FruchtbarkeitsobjektÜbersetzung: Fertility Object
- Material / Technik
- Gips
- Abmessungen
- Höhe x Breite x Tiefe: 78 x 117 x 26 cm
- Erwerbung
- 1979 Schenkung des Künstlers, Düsseldorf
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/1386793
Objektbeschreibung
In der Kunst unterschiedlichster Kulturen werden Rundungen oder phallische Formen als weiblich oder männlich wie auch die Darstellung einer Fülle von Pflanzen symbolisch mit Fruchtbarkeit verbunden. Das ist bei Alvermann nur zum Teil der Fall. Einige der Symbole im „Fruchtbarkeitsobjekt“ scheinen der Plastik „Menetekel oder Ausgrabungsstück zu bevorstehenden unruhigen Zeiten“ (aus dem Vorjahr (NG 1/13) entlehnt: Auch hier ruht ein Fuß auf einer dekorativen Leiste und es finden sich Referenzen auf den Klassizismus, etwa mit dem hellen Gips und in der halbrunden Muschelform oben, zu der sich ein lianenartig gewundener Stengel aus einer Vase hinaufrankt. Statt einer Vertiefung wie bei „Menetekel“ findet sich hier auf der rechten Seite eine eiförmige Wölbung mit einem runden Loch. Darin halten die Finger einer Hand eine kleine, augenähnliche Kugel, als würde ein Geheimnis zur näheren Betrachtung angeboten. Rechts die Wölbung und links ein Kreis mit Punkt in der Mitte: Hier könnten Brüste gemeint sein, doch die Formensprache ist zu weit davon entfernt. So bedeutungsschwer die Arbeit auch zu sein scheint, die Interpretation bleibt vage. Allgemein berühren Alvermanns Schriften aus den 1960er-Jahren keine Fragen nach der Form, sondern befassen sich eher mit Kunst als Ware, der Politisierung der Ästhetik, wirtschaftlichen Verhältnissen der Gesellschaft, der Befreiung der Kunst und der Menschen von den herrschenden hegemonialen Strukturen. Welche Bezüge die Elemente dieser Plastik dazu haben und ob sie ironisch oder ernsthaft gemeint ist, verrät das Werk nicht. | Emily Joyce Evans
Letzte Aktualisierung: 30.07.2026
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
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