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Sitzender Junge

Ident. Nr.: B II 468

ObjID: obj:1419135

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Ludmilla Fischer-Pongratz (1899 - 1981),
Künstler*in
Datierung
um 1934
Weitere Titel
Sammlungstitel: Sitzender Junge
Übersetzung: Seated Boy
Provenienz
im Besitz der Künstlerin,
1935
Material / Technik
Ton
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 15 x 12 x 11 cm
Erwerbung
1935 Ankauf von der Künstlerin

Objektbeschreibung

Fischer-Pongratz gehörte zu den ersten Frauen, die an der Akademie der bildenden Künste in München zugelassen wurden. Sie studierte dort von 1922 bis 1928 bei dem Bildhauer Bernhard Bleeker, der mit seiner neoklassizistischen Kunstauffassung im Nationalsozialismus große Anerkennung fand. Auch Fischer-Pongratz war in dieser Zeit als Künstlerin erfolgreich. Sie schuf großformatige Skulpturen und Reliefs aus Holz, Stein und Bronze sowie zahlreiche, zumeist aus Ton gearbeitete Kleinplastiken. Ihre Werke wurden sowohl von Stadt und Staat als auch von privater Hand angekauft und waren unter anderem in Kollektivausstellungen im Kunstverein (1933) und in der Neuen Pinakothek (1935) in München zu sehen. Fischer-Pongratz spezialisierte sich auf die Darstellung von Kindern in friedlich ruhenden oder lebhaften Posen, zuweilen im Spiel mit Gleichaltrigen oder in harmonischer Eintracht mit Vater und Mutter. Die kleine Terrakottafigur „Sitzender Junge“ war 1934 in der Ausstellung „Sechs Jahrtausende Töpferkunst“ in der Preußischen Akademie der Künste in Berlin zu sehen, zusammen mit den zeitgleich entstandenen Kleinplastiken „Raufende Buben“ und „Junges Mädchen mit Tuch“. Während diese beiden Arbeiten sowie eine weitere als Leihgaben in die Sammlung der Nationalgalerie gelangten, wurde die Jungenfigur erworben. | Irina Hiebert Grun

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz