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Kind, auf einer Ziege reitend

Ident. Nr.: NG 4/12

ObjID: obj:1425768

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Ise Plehn (1891 - nach 1956),
Künstler*in
Datierung
um 1930
Weitere Titel
Sammlungstitel: Kind, auf einer Ziege reitend
Übersetzung: Child Riding a Goat
Geografische Bezüge
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 31,5 x 27 x 13 cm
Erwerbung
1939 Überweisung vom Reichsministerium des Inneren an die Nationalgalerie

Objektbeschreibung

Mit der Begründung, dass sie eine Frau sei, wurde Plehn an der Dresdner Kunstakademie abgelehnt – sie empfand das als große Ungerechtigkeit. In ihrem Atelier in Eisenach hingen später die Worte: „Jeder Widerstand erzeugt Kraft!“ (Marieluise Henniger, Die Bildhauerin Ise Plehn, in: Für die Frau. Beiheft des Hannoverschen Kuriers, 17.2.1928, SMB-ZA, V/Slg. Künstler, Plehn, Ise). So suchte sich die Autodidaktin Robert Diez als Lehrer und verbrachte ein Jahr in München bei der Bildhauerin Jenny von Bary-Doussin. Bekannt wurde Plehn durch eine Auftragsarbeit, ein Denkmal in Erinnerung an die im Ersten Weltkrieg Gefallenen (1922) auf dem Neuen Annenfriedhof in Dresden-Löbtau. Sie selbst wertete das als großen Erfolg: „Trotzdem man mir den Zutritt zur Dresdner Akademie – als Frau – verweigert hatte, gab mir der sächsische Staat als erstem weiblichen Künstler einen großen Staatsauftrag“ (Marieluise Henniger, Die Bildhauerin Ise Plehn, in: Für die Frau. Beiheft des Hannoverschen Kuriers, 17.2.1928, SMB-ZA, V/Slg. Künstler, Plehn, Ise). Darüber hinaus schuf Plehn auch kleine Skulpturen alltäglicher Szenen sowie dieses Kind, das auf einem Ziegenbock reitet. Die Bildhauerin engagierte sich als Mitglied in der Gruppe Dresdner Künstlerinnen sowie im Deutschen Verband Akademischer Frauenvereine (der 1926 dem Deutschen Akademikerbund beitrat). Später sympathisierte sie mit dem Nationalsozialismus. In ihrem Artikel „Die künstlerisch schaffende Frau“ schrieb sie dieser eine wichtige Rolle beim „Bau des Dritten Reichs“ zu (SMB-ZA, V/Slg. Künstler, Plehn, Ise, Zeitungsausschnitt [undatiert]). | Johanna Yeats

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz