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Vorbilder für Fabrikanten und Handwerker. Teil 1, Abteilung 1, Blatt 10: Akanthusrankenfries in zwei Maßstäben

Ident. Nr.: 33.24-1991

ObjID: obj:1517387

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Johann Mathäus Mauch (22.2.1792 - 13.4.1856),
Zeichner*in
Ausführung: Pietro Anderloni (12.10.1785 - 13.10.1849),
Stecher*in
Ausführung: A. Prêtre (nachgewiesen 1821 - 1854),
Drucker*in
Ausführung: Technische Deputation für Gewerbe,
Herausgeber*in
Datierung
Herstellung: 1821/1830
Systematik/Art

Objektbeschreibung

Vorbilder für Fabrikanten und Handwerker. Erster Theil, Erste Abtheilung, S. 70f.:
"Blatt 10. Der Akanthus oder die ächte Bärenklau (Acanthus sativus) war diejenige Pflanze, welche die Griechen und Römer sich vorzugsweise bei Verzierungen zum Vorbilde wählten. Diese in Griechenland und in Italien wachsende ächte Bärenklau darf jedoch nicht mit der Pflanze verwechselt werden, die wir gemeinhin Bärenklau nennen, und die zu einem anderen Geschlechte gehört (Heraclum Sphondylium). Der Akanthus diente zu verzierenden Ranken und Einfassungen im Gärten, wie in der Architektur; zur Verzierung der Geräthe, der Gefäße, der Kleider, so daß die Alten, verzierende Blätterwerke auf ihren Kunstwerken, mit der allgemeinen Benennung Akanthus belegten. Die Schönheit der Bindungen ihrer Ranken und Blüthen, der Schwung ihrer Blätter und Umschläge, die üppige Fülle, die gerundeten und doch bestimmten Schnitte derselben, gewähren dem Auge ein Linienspiel, welches jene Vorliebe vollkommen rechtfertigt. Der Akanthus wurde mannigfaltig behandelt, bald mit rundlichen Einschnitten von weicherer Form, bald mit spitzeren schärferen Abtheilungen nach Art des Distellaubes, wobei dennoch die Grundform des Akanthus die vorherrschende bleibt. Die Verschiedenartigkeit dieser Behandlung ließ darin häufig die Nachahmung verschiedener Pflanzen sehen. Im Eingange wird gefragt, wie angeblich das Kapitäl der Korinthischen Säule dem Akantus seinen Ursprung verdankt. Eins der trefflichsten Beispiele einer Friesverzierung durch Akanthus ist uns durch zwei Bruchstücke von den, im Korinthischen Styl erbauten Römischen Bädern in Nismes aufbehalten; diese Bruchstücke liegen dem vorliegenden Blatte zum Grunde. An der oben auf diesem Blatte dargestellten Friesverzierung, sind die Akanthusblätter welche die Mitte bilden, bis auf das dritte Blatt der rechten Seite antik. Antik sind ferner die beiden Windungen zunächst der Mitte, welche in eine Rosette auslaufen. Die Verbindung dieser Bruchstücke mit der Mitte und das Uebrige ist mit Rücksicht auf andere Monumente ähnlicher Art ergänzt. Der untere Theil dieses Blattes stellt den mittleren Theil des oberen Frieses, die kräftig und üppig hervorspießende Akanthuspflanze in einem Größeren Maaßstabe vor."

Letzte Aktualisierung: 09.10.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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Fragment einer großformatigen, triptychonartigen Radierplatte aus dem Jahre 1900, von der sich die Künstlerin nachträglich distanzierte und die von ihr deshalb auseinandergeschnitten wurde. Nur der linke Teil mit der realistischen Arbeiterfamilie hatte vor ihren eigenen Augen auch noch in späteren Jahren Bestand, während sie die Hauptdarstellung in der Mitte und die rechte Randszene aufgrund ihrer symbolischen Überfrachtung als "fatal" verwarf. Die unzerschnittene Platte variiert das Themades nicht in den Zyklus aufgenommenen Schlußblattes zu "Ein Weberaufstand":"Aus vielen Wunden blutest du, oh Volk" [#vgl. Ident. Nrn. 658-1912, AM 383-1971]. Während sich der Mittelteil auf beiden Radierungen gleicht, wurden die Seitenfiguren im späteren Werk durch zwei Szenen ersetzt. An Hand der Themen Selbstmord und Prostitution schildern sie die ausweglose Situation des Proletariats. Für die vermutlich durch Arbeitslosigkeit ins Elend gestürzte Familie links bietet sich als Ausweg nur der Strick. Das Triptychon sollte ursprünglich den Titel "Das Leben" tragen und wohl so etwas wie eine allegorische Gesamtschau auf die Lebensbedingungen des Proletariates geben. Der Druck gehört zu den wenigen von [Otto] Felsing gedruckten Exemplaren, die den Ausgaben des Verlags E. A. Seemann, Leipzig, vorausgingen.(Text: Sigrid Achenbach, Käthe Kollwitz (1867-1945). Zeichnungen und seltene Druckgraphik im Berliner Kupferstichkabinett, Ausst.-Kat. Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, Berlin 1995, S. 76, Kat.-Nr. 80)2025 digitalisiert aus Mitteln des Förderprogramms zur Digitalisierung von Objekten des kulturellen Erbes des Landes Berlin.