Logo

Ident. Nr.: 1900,113

ObjID: obj:1522035

Details (Expert)

Datierung
14. Jahrhundert
Datierung engl.: 14th century
Dynastie: Nasriden
Dynastie - engl.: Nasrids
Geografische Bezüge
Herkunft (Allgemein): Spanien,
Land
Abmessungen
Höhe: 58 cm
Durchmesser: 65 cm
Durchmesser: 18,5 cm Rand

Objektbeschreibung

Oberer Teil einer Vase mit zwei Henkelansätzen auf der Schulter, die den Dekor der Vase in zwei Hälften teilen, mit blauer und Lüsterbemalung. Der Körper war ursprünglich mit feiner Lüstermalerei überzogen, von der heute nur noch Reste zu erkennen sind. Stattdessen dominiert der blau gezeichnete Dekor:

Am Körper ist ein geteilter Fries mit sechs blauen achtstrahligen Sternen mit Flechtbandfüllung eingelassen. Darüber finden sich versetzt blaue kreisrunde Medaillons mit floraler Füllung. Der Hals ist durch ein Lüsterflechtband in zwei horizontale Dekorzonen unterteilt: In der unteren Zone sind zwei Mal fünf Lüstermedaillons mit floraler Inschrift auf blauem Grund eingelassen. In der oberen Zone sind Halbmedaillons mit blauem floralem Dekor aufgereiht. Am Rand des abgebrochenen Henkels verläuft eine blaue Inschrift.

Die Bezeichnung „Alhambravase“ verdankt dieser Vasentyp der Alhambra in Granada. Die Alhambra war die Residenz der letzten muslimischen Herrscher Spaniens, den Nasriden (regierten 1232-1492). Tatsächlich wurden aber nur zwei Vasen in der Granada selbst gefunden, weshalb die Bezeichnung eher als Referenz auf die Pracht am Nasridischen Hof verstanden werden kann.
Nur acht Vasen sind intakt erhalten, andere, unter anderem dieses Berliner Stück, sind als Fragmente überliefert. Vollständig konnten sie etwas ein bis eineinhalb Meter hoch sein und hatten die Form einer Amphore.

Die Nutzung dieser Gefäße ist nicht ganz klar; ihre feine und kostbare Gestaltung lässt eher eine rein dekorative Funktion vermuten. Vielleicht dienten sie aber auch der Wasseraufbewahrung. Die hier abgebrochenen Henkel, die an Flügel erinnern, sind charakteristisch für diese Vasen, sind aber rein dekorativ.

Letzte Aktualisierung: 04.03.2026

Kontakt

Einrichtung:

Museum für Islamische Kunst

Weitere Objekte aus den Sammlungen

(Iranische Anthologie für Timuriden-Prinz Baisunqur, Sohn von Schahrukh): Dschamschid lehrt Schneider und Schmiede

(Iranische Anthologie für Timuriden-Prinz Baisunqur, Sohn von Schahrukh): Dschamschid lehrt Schneider und Schmiede

Text im Hauptfeld: Firdausi, Schahname, Geschichte von König Dschamschid, der das Handwerk des Schneiders und das des Eisenschmieds lehrt; Text am Rand: aus Maulana Kamal al-din, Divan, Gedichte.Kustode überschnitten.Bild nahezu quadratisch über ganze Hauptfläche und über den Rand nach rechts oben und unten beidseitig des Trenndreiecks ausgeweitet.Miniatur: im Hauptfeld füllt sie schmale Goldleisten-Rahmen ganz aus, am Rand überdeckt sie Rahmen meist. Ein kräftig blauer Himmel, in den sich ein alter Baum gewunden erhebt, kontrastiert mit der hellen, eintönig mit Reihen grüner Grasbüschel besetzten Landschaft und balanciert die überwiegend dunkel gehaltene Gruppe von fünf Männern. Der König sitzt mit angezogenem Knie mit Polster und Kissen hoch auf dreiseitig umschlossenem Thron, dessen Stützen mit Vorhang verdeckt sind und hinter dem sich zwei Höflinge mit Mütze bzw. Turban bereithalten. Er gebietet zwei Handwerkern Einzelheiten ihrer Berufe – Zuschneiden, Hämmern auf dem Amboss mit Lederschürze, daneben die Lehmofen-Esse mit Blasebalg. Himmelsblau abweichend, vermutlich nachträglich übermalt, Gesicht des Königs beschädigt, die übrigen wohl weitgehend ergänzt.Randillumination: in größerem Dreieck symmetrisches Blumen-Arrangement in Gold mit Päonien und Rosette, in kleineren Dreiecken je ein Blatt- und Blumenbouquet gegenständig zur gegenüberliegenden Seite.