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Ident. Nr.: I. 6352

ObjID: obj:1522547

Details (Expert)

Datierung
801 - 1100
Datierung engl.: 9th - 11th century
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe: 6,7 cm
Breite: 3,2 cm

Objektbeschreibung

Unterteil einer frei geblasenen Zahnflasche aus dunkelblauem Glas mit geschliffenem Dekor. Die Außenfläche der ursprünglich sehr großen Flasche ist durch doppelte horizontale sowie schräge Schliffe gegliedert. Zu den vier kurzen Füßen schmal zusammenlaufend; der gesamte obere Teil fehlt.
Zahnflaschen tragen ihren Namen auf Grund ihres Aussehens, das an einen Backenzahn mit Wurzeln erinnert. Sie dienten wohl zur Aufbewahrung und Transport von Parfüm oder Ölen.

Letzte Aktualisierung: 04.03.2026

Kontakt

Einrichtung:

Museum für Islamische Kunst

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Frei geblasenes Kelchglas aus grünem Glas mit Applikationen und gezwicktem Dekor. Das halbkugelförmige doppelwandige Kelchglas steht auf einer kleinen, leicht welligen Fußplatte. Darüber folgt ein kurzer Schaft, der dann in die doppelwandige Schale übergeht. Zwischen beiden Teilen befindet sich ein Hohlraum von ca. 0,5 cm.In der unteren Hälfte der Schale sind Fäden aufgelegt, die in regelmäßigen Abständen gezwickt wurden, sodass ein Fries aneinander gereihter Ovale entstand (so genanntes Brillenmuster, "spectacle pattern"). Dabei wurde der obere Faden dünner und der untere viel dicker aufgelegt, wodurch ein zweifarbiger Eindruck erweckt wird (blaugrün und grün). Das Ende des Fadens ist noch einmal ganz dünn in der Mitte der Ovale um etwa die Hälfte des Gefäßes gezogen. Die kleine Standplatte des Fußes ist durch konzentrisch aufgelegte Fäden in derselben Glasfarbe verziert: zwischen zwei dickeren Fäden befinden sich drei sehr dünne.Obwohl der Dekor offenbar besonders bei kelchartigen Gläsern mit Fuß beliebt war, findet sich dieselbe Technik auch auf anderen Gefäßformen wie langhalsigen Flaschen. Er wurde aus der römischen Glastradition übernommen und scheint vor allem in Ägypten im 8. bis 9. Jahrhundert wiederbelebt worden zu sein. Doppelwandige Gefäße wurden in der Antike als Kühlgefäße benutzt. Vermutlich wurde das zur Kugel geblasene Glas durch Ansaugen der Luft der Glaspfeife zu einer doppelwandigen Schale geformt. Das Gefäß hat keine Heftnarbe oder andere technische Bearbeitungsspuren.