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Hieratisches Ostrakon mit einem Brief aus der Schreiberausbildung

Ident. Nr.: P 10627

ObjID: obj:1565442

Details (Expert)

Beteiligte
Ludwig Borchardt (5.10.1863 - 12.8.1938),
Käufer*in
Weitere Titel
Sammlungstitel: Hieratisches Ostrakon mit einem Brief aus der Schreiberausbildung
Übersetzung: Hieratic ostracon with a letter from scribal training
Geografische Bezüge
Material / Technik
Ton, gebrannt (Material); beschriftet
Abmessungen
Breite: 14 cm (Mitte, lt. Inv.)

Objektbeschreibung

Auf diesem Ostrakon hat sich ein Brief in hieratischer Schrift erhalten.
Der Schreiber Nechu-em-Mut als Adressat muss sich den Vorwurf gefallen lassen, er habe einen schlechten Charakter und könnte darüber hinaus noch nicht einmal seine Frau schwängern. Dazu wird auch eine Passage aus einer Lebenslehre zitiert, wo es um die Frage nach der Ursache des schlechten Verhaltes geht.
Fischer-Elfert vermutet, dass der ursprüngliche Text ein öffentlicher Brief sei, den der Verfasser vor dem Haus von Nechu-em-Mut deponiert habe, um ihn in aller Öffentlichkeit zu diffamieren.
Dieser Text sowie die Auszüge aus der Lehre sind mehrfach bekannt, so dass davon auszugehen ist, dass der Brief in die Schreiberausbildung eingegangen ist. Aus letzterem Kontext dürfte auch das hier vorliegende Ostrakon stammen.
J. Moje

Letzte Aktualisierung: 03.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Statuette des Priesters Hori

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).