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Anbetung der Madonna durch Abt Ludwig von Lindau

Ident. Nr.: 1544-1857

ObjID: obj:1616643

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Wolfgang Aurifaber (tätig in der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts),
Goldschmied*in
Datierung
Herstellung: 1477
Weitere Titel
Anbetung der Madonna durch Abt Ludwig von Lindau
Maria mit dem Kind und dem Churwaldener Abt Ludwig von Lindau
Abmessungen
Höhe x Breite: 31 x 22,3 cm
Erwerbung
1835 von Karl Ferdinand Friedrich von Nagler, Berlin, erworben

Objektbeschreibung

Durch eine Portalöffnung blickend sieht man die Madonna in einem kapellenartigen Raum am Fenster stehen und rechts daneben einen betenden Mönch knien. Der Krummstab weist ihn als Abt aus. Seinen Namen verrät die Inschrift am oberen Plattenrand. Die Worte auf dem Spruchband lauten »jesu verbum suum patris/ serva servos tue matris« (Jesu ist das Wort seines Vaters/ Behüte die Diener deiner Mutter).
Wie W. Timm 1961 nachwies, kompilierte der Graveur 2 Stiche des Meisters E. S. Die Gestalt der Madonna übernahm er von dem einen (Lehrs 80), das Interieur von dem anderen (Lehrs 191).
G. K. Nagler zufolge befand sich die Platte bis ins 18. Jahrhundert hinein in der Sakristei der zur Abtei Churwalden im Schweizer Kanton Graubünden gehörenden Kirche St. Maria und Michael, die im Mai 1472 abgebrannt war und unter Abt Ludwig von Lindau schrittweise wieder aufgebaut wurde. 1477 ist als Weihedatum des Altars im wiederhergestellten Altarraum überliefert. Die Platte, deren Rand ehemals 26 Nagellöcher aufwies, dürfte den Einband des Missale geschmückt haben. Dem Goldschmied, der sie gravierte, werden auch die beiden silbervergoldeten Reliquienbüsten der Kirche zugeschrieben. Sein Name ist nur durch die Inschrift am unteren Rand der Schmuckplatte überliefert.
Der Kunsthändler Hertel benutzte die Platte zum Drucken. Weil jedoch die Schrift dabei seitenverkehrt erscheint, wurden Gegendrucke hergestellt. Durch Abschneiden der Nagellöcher rechts und links erfolgte eine Verkleinerung der Platte.

Text: Renate Kroll in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 517, Kat. IX.4 (mit weiterer Literatur)

Letzte Aktualisierung: 14.10.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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Fragment einer großformatigen, triptychonartigen Radierplatte aus dem Jahre 1900, von der sich die Künstlerin nachträglich distanzierte und die von ihr deshalb auseinandergeschnitten wurde. Nur der linke Teil mit der realistischen Arbeiterfamilie hatte vor ihren eigenen Augen auch noch in späteren Jahren Bestand, während sie die Hauptdarstellung in der Mitte und die rechte Randszene aufgrund ihrer symbolischen Überfrachtung als "fatal" verwarf. Die unzerschnittene Platte variiert das Themades nicht in den Zyklus aufgenommenen Schlußblattes zu "Ein Weberaufstand":"Aus vielen Wunden blutest du, oh Volk" [#vgl. Ident. Nrn. 658-1912, AM 383-1971]. Während sich der Mittelteil auf beiden Radierungen gleicht, wurden die Seitenfiguren im späteren Werk durch zwei Szenen ersetzt. An Hand der Themen Selbstmord und Prostitution schildern sie die ausweglose Situation des Proletariats. Für die vermutlich durch Arbeitslosigkeit ins Elend gestürzte Familie links bietet sich als Ausweg nur der Strick. Das Triptychon sollte ursprünglich den Titel "Das Leben" tragen und wohl so etwas wie eine allegorische Gesamtschau auf die Lebensbedingungen des Proletariates geben. Der Druck gehört zu den wenigen von [Otto] Felsing gedruckten Exemplaren, die den Ausgaben des Verlags E. A. Seemann, Leipzig, vorausgingen.(Text: Sigrid Achenbach, Käthe Kollwitz (1867-1945). Zeichnungen und seltene Druckgraphik im Berliner Kupferstichkabinett, Ausst.-Kat. Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, Berlin 1995, S. 76, Kat.-Nr. 80)2025 digitalisiert aus Mitteln des Förderprogramms zur Digitalisierung von Objekten des kulturellen Erbes des Landes Berlin.