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Münz- und Medaillenschrank aus dem Antiken- und Medaillenkabinett der königlichen Kunstkammer im Berliner Schloss

Ident. Nr.: O-1965,17

ObjID: obj:1632111

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Gérard Dagly (1657.01.11),
Hersteller*in
Datierung
Um 1695
Geografische Bezüge
Abmessungen
Objektmaß: 194,4 x 157 x 56,4 cm ; Aufsatz 129,3; Untergestell 65,3 cm

Objektbeschreibung

Der mächtige Kabinettschrank verdankt seine Bekanntheit dem seltenen Umstand, dass er bereits 1696 auf dem Titelkupfer zur mehrbändigen Prachtausgabe der brandenburgischen Münz- und Antikensammlung von Lorenz Beger dargestellt ist. In dieser Ansicht eines idealen Sammlungssaals sieht man vier der Schränke, die auf ihrem charakteristischen Dach Skulpturenaufsätze tragen. Eine Illustration von 1704 zeigt König Friedrich I. beim Studium seiner Sammlung, wozu einer der Schränke geöffnet und ein Münztableau herausgezogen ist.
Der Schrank gilt als wichtigste erhaltene Arbeit von Gérard Dagly (1657/60–1715), durch dessen Wirken Berlin zu einem frühen Zentrum der europäischen Lackkunst wurde. Die viel gerühmte Qualität der Lacktechnik Daglys wurde erst jetzt nach der Restaurierung in ihrem ganzen Ausmaß sichtbar: Unter der Übermalung des frühen 20. Jahrhunderts kam mit dem barocken Malduktus auch die kostbare Streulacktechnik zum Vorschein, die feinste Metallspäne in einem klaren Bindelack fixiert. Im Vergleich zur üblichen Öltechnik erzeugt sie eine ungleich höherer Brillanz und Farbtiefe, die gemeinsam mit dem feinen Relief zur erfolgreichen Imitation der fernöstlichen geschnittenen Lackarbeiten beitrug. Als Meister erweist sich Dagly auch in der Übernahme der für europäische Augen ungewohnt spannungsreichen Komposition der Bildflächen, die ein Paar von Phönixen vor bizarrer Felslandschaft zeigt.
ASt

Letzte Aktualisierung: 12.02.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Konfektschale auf drei Schildhaltern mit Hirsch im Gehege aus dem Lüneburger Ratssilber

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Fußgestell, Zinnenring (an der Schale) und Figuren gegossen. Fußgestell außen, Schilde, Schalenrand, Fond, Kranz, Sockelmitte mit Zaun und Hirsch vergoldet, der Hügel mit Resten grünen, transluziden Emails. Tragefiguren durch einen Zinnenring verbunden, der an eine Manschette gelötet ist. Auf dieser sitzt die Schale, gehalten von einem Zungenkranz. - Eine Frucht im aufgelegten Blattkranz der Schale und Geweih des Hirsches verloren.Das Gerät lehnt sich im Aufbau an die Evangelisten- und die Kirchenväterschale (Inv. Nr. 1874, 394 und 1874, 393) an. Die tragenden Schildhalter sind nach einem Modell gegossen. Im Fond der tiefen Schale getriebenes Geäst mit Blättern und Früchten (Feigen?). Im Zentrum ein Hügel mit liegendem Hirsch, umgeben von einem Flechtzaun mit überdachtem Tor und Vorhängeschloß. Aufgelegt ein Kranz aus Blättern und Früchten und vier Wappen.Eines der Wappen dürfte das des Besitzers sein, des Ratsherren Johannes junior von dem Lohe, der 1468 Sülfmeister und 1480 Kämmerer wurde (gest. 1482). Das zweite Wappen von dem Lohe verweist im Verein mit dem der Godenstede auf die Eltern, Johannes von dem Lohe (gest. 1471) und dessen erste Frau Gesche von Godenstede, das vierte Wappen ist das der Großmutter mütterlicherseits Tibbecke von Töbing, die seit 1466 Witwe war. Wie die Kämmereirechnungen verzeichnen, kam die Schale 1482 aus dem Nachlaß des Johannes von dem Lohe auf das Rathaus: "Hr. Johan vam lo 129m 9s hyrto noch syne beste suluere schale de quam vpp dat Radthus vnd wogh." Kurz wird sie im Inventar von 1555/56 erwähnt: "Ein grote sulueren schale her Johan van Loess."