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Doppelkürbisvase mit figürlichen Chinoiserien (Vasenpaar)

Ident. Nr.: 1923,5

ObjID: obj:1632749

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Fayencemanufaktur Gerhard Wolbeer, Berlin (1697 - 1764),
Hersteller*in
Datierung
um 1705
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe: 43,5 cm

Objektbeschreibung

Das Vasenpaar (Inv. Nr. 1923,4/5) weist die ostasiatisch inspirierte Doppelkürbisform auf. Der Dekor ist an chinesisch-delftischen Vorbildern orientiert. Der untere Teil des Korpus zeigt verschiedene Figurenszenerien in einer verkürzten Architekturlandschaft: z.B. einen auf einem Stuhl sitzenden Würdenträger, hinter dem eine Dienerin steht, die einen großen herzförmigen Fächer hält; einen Jungen, der auf einem Tablett Getränke oder Speisen herbeibringt; rechts ein Paar unter einem mehrfach gestuften baldachinartigen Schirm. Der obere Teil des Korpus weist einen Pfau, weitere Vögel und blühende Stauden als Dekorelemente auf. Vasenschulter und –hals sind mit Blütenranken über Spiralen sowie (am Hals) Lanzettblättern bemalt.

Die engen stilistischen Bezüge zwischen der frühen Berliner und der Delfter Fayencemalerei erklären sich dadurch, dass die ersten Fayenceunternehmer und –künstler von Holland nach Preußen gekommen waren: 1687 Pieter Fransen van der Lee, 1690 Gerhard Molin, dessen Frau Anna Molin, geb. Ruppert. Nach Molins Tod heiratete Anna Molin im Jahr 1697 den kurfürstlichen Lakaien Gerhard Wolbeer, mit dem zusammen sie die Manufaktur weiterführte. Auch Cornelius Funcke, der in der Molin’schen Manufaktur als Dreher begonnen hatte und 1699 die zweite erfolgreiche Berliner Fayencemanufaktur gründen sollte, war Holländer.

Vasensätze wie diese dienten der Dekoration von Kaminen oder Schränken („Schapps“). Da die meisten Berliner Fayencen unmarkiert sind und stilistisch eng verwandt sind, ist eine eindeutige Zuschreibung oftmals nicht möglich. Die ostasiatisch inspirierte Doppelkürbisform ist in Delft häufig, in Berlin jedoch seltener anzutreffen, wenn, dann bei der Wolbeer'schen Manufaktur. Im Berliner Katalog von 2001 führt Christiane Keisch verschiedene Vergleichsbeispiele an, so dass auch dieses Vasenpaar Wolbeer zuzuweisen ist.

Keine Marke.

Lit.: Kat. Berlin 2001: „Herrliche Künste und Manufacturen“, vgl. Kat. Nr. 22; Kat. Berlin 1976, Fayencen, Kat. Nr. 47

ClKa

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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