Logo

Statuette eines Greifen

Ident. Nr.: VA 00775

ObjID: obj:1743154

Details (Expert)

Datierung
8./7. Jahrhundert vor Christus
Periode: Urartäisch
Material / Technik
Metall-Bronze; Spuren von Gold
Abmessungen
Höhe: 21,2 cm
Breite: 5,2 cm
Länge: 18,2 cm
Gewicht: 3,2 kg

Objektbeschreibung

Das mythische Wesen verbindet Merkmale eines Säugetieres und eines Raubvogels. Der Typ des vogelköpfigen, geflügelten Mischwesens ist in der Ikonographie der Kunst Urartus (altorientalischer Staat in Ostanatolien und im armenischen Hochland, ca. 9.–6. Jahrhundert v. Chr.) häufiger nachgewiesen, er ist in engem Zusammenhang mit der religiösen Vorstellungswelt der Urartäer zu sehen. Obwohl die Greifenfigur als Begleiter einer Gottheit oder als deren heiliges Tier gedeutet werden muss, bleibt ihre konkrete Rolle in Mythus und Kult noch unbekannt. Der als Hohlguss gearbeitete Greif ist als Teil eines monumentalen Götterthrones identifiziert worden, der wahrscheinlich zum Kultbild des urartäischen Staatsgottes Chaldi gehörte. Wie auch die übrigen figürlichen und dekorativen Bestandteile die Thrones war der Greif ursprünglich mit Goldblech überzogen, von dem nur noch winzige Partikel auf der Oberfläche der Statuette erhalten blieben. Der Schweif und das rechte Bein fehlen. Die Augenhöhlen, die Brauenbögen und Teile der Wulstringe des Kopfaufsatzes waren farbig ausgelegt. [Ralf-Bernhard Wartke]

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Vorderasiatisches Museum

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Esel-Liste für die Feldarbeit

Esel-Liste für die Feldarbeit

Im Rahmen der Grabungskampagne 1902/03 wurden 170 Keilschrifttafeln entdeckt, die Texte zur Viehverwaltung von Schuruppak (dem heutigen Fara) enthalten und damit einen wichtigen Einblick in die Wirtschaft dieser Region geben. Allein 93 Tafeln befassen sich mit Eseln, die hier gezeigte Liste stellt nach Inhalt, Form, Größe und Anzahl der Spalten – sieben auf der Vorderseite und acht auf der Rückseite – einen der umfangreichsten erhaltenen Texte zur Viehverwaltung dar.Der Text enthält einen Summenvermerk von Eseln für die Feldarbeit, wobei die Gesamtzahl der Tiere in Vierergespannen (Quadrigen) berechnet wird. Die Summe nennt 80 Quadrigen, also 320 Tiere, die für das Pflügen eingesetzt werden sollen. Auf dieser sowie auf weiteren 43 Tontafeln ist die Verwendung des Esels als Zugtier durch die Verbindung der Zeichen für Esel (sumerisch ANŠE) mit dem Wort für Pflugschar (sumerisch apin = ANŠE.apin „Pflugesel“) eindeutig belegt. Des Weiteren enthält die Liste Angaben zu Personen, die Esel erhalten oder zurückgegeben haben, sowie zu deren Berufen.Aus anderen Texten ist bekannt, dass sich die Tiere im Eigentum von Sud, dem Stadtgott von Schuruppak, beziehungsweise der Tempelverwaltung befanden.----The 1902/03 excavation campaign in Shuruppak (modern Fara) yielded 170 cuneiform tablets dealing with livestock management. 93 tablets deal with the administration of donkeys, used as plough animals as proved by the association of the signs for donkey (Sumerian ANŠE) and the word for ploughing (Sumerian apin = ANŠE.apin, 'plough donkey').With seven columns on the front and eight on the back the tablet VAT9079 features one of the most extensive surviving texts on livestock management.The text summarises the number of donkeys rented for the fieldwork - 320 in total - calculated in teams of four (quadrigae). The list also contains information about the individuals who rented or returned the donkeys, such as their names and professions. The costs associated with the loan of the animals were the responsibility of the borrowers, who were required to either pay the rent or provide compensation in the form of work for the temple.The donkeys were the property of Sud, the city god of Shuruppak, represented on earth by the temple administration. The temple was one of the institutions responsible for the city administration.(A.Valsecchi Gillmeister)