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Terrakotta-Relief: Gilgamesch und Enkidu im Kampf mit Humbaba

Ident. Nr.: VA 07246

ObjID: obj:1743650

Details (Expert)

Datierung
18.–17. Jahrhundert vor Christus
Periode: Altbabylonisch
Material / Technik
Keramik
Abmessungen
Höhe: 8,1 cm
Breite: 13,8 cm
Dicke: 1,8 cm
Gewicht: 0,19 kg

Objektbeschreibung

Die verschliffene Darstellung dürfte den Kampf der beiden Helden Gilgamesh und Enkidu gegen den Wächter des Zedernwaldes zeigen, wie er in verschiedenen Kopien der Gilgamesh-Erzählungen beschrieben wird. Während der mächtige König von Uruk den bereits am Boden liegenden Humbaba am Arm gepackt hält und mit seiner Waffe zum tödlichen Schlag ausholt, zielt sein Gefährte mit einem Dolch auf den Hals des Riesen: „Dreizehn Winde erhoben sich gegen ihn und verdunkelten Humbabas Antlitz. Er konnte nicht nach vorn stoßen, nach hinten konnte er nicht laufen, und so konnten Gilgameschs Waffen Humbaba erreichen.“

Die hochgebundenen Haare und der verwehte Bart kennzeichnen Gilgamesh, zu zwei Dritteln Gott, zu einem Drittel Mensch, als König der Vorzeit; wie Enkidu trägt er ein altertümliches Gewand, das an den Schultern noch einzelne Fellsträhnen erkennen lässt. Die Kopfbedeckung und der kurze Bart der kleineren Figur am linken Bildrand, die vielleicht den Stifter der Tafel darstellt, weisen dagegen in das frühe 2. Jahrtausend v. Chr. Humbaba, der vergebens um sein Leben fleht, wird durch ein fratzenartiges Gesicht, lange Haare, Löwenpranken und Vögelfüße charakterisiert.

Der Sieg über den Wächter des heiligen Zedernwaldes beschreibt nicht nur das erste bestandene Abenteuer der beiden Freunde, sondern spiegelt auch den realen Konflikt um die Beschaffung der begehrten und kostbaren Bauhölzer wider, die nach damaligem Verständnis nur jenseits der bekannten Welt zu finden waren. [Nadja Cholidis]

Zitat nach der jüngeren ninevitischen Fassung: Das Gilgamesch-Epos, übersetzt, kommentiert und herausgegeben von Wolfgang Röllig, Reclams Universal-Bibliothek Nr. 18686, Stuttgart 2009 (V, 141-143).

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Vorderasiatisches Museum

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Esel-Liste für die Feldarbeit

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Im Rahmen der Grabungskampagne 1902/03 wurden 170 Keilschrifttafeln entdeckt, die Texte zur Viehverwaltung von Schuruppak (dem heutigen Fara) enthalten und damit einen wichtigen Einblick in die Wirtschaft dieser Region geben. Allein 93 Tafeln befassen sich mit Eseln, die hier gezeigte Liste stellt nach Inhalt, Form, Größe und Anzahl der Spalten – sieben auf der Vorderseite und acht auf der Rückseite – einen der umfangreichsten erhaltenen Texte zur Viehverwaltung dar.Der Text enthält einen Summenvermerk von Eseln für die Feldarbeit, wobei die Gesamtzahl der Tiere in Vierergespannen (Quadrigen) berechnet wird. Die Summe nennt 80 Quadrigen, also 320 Tiere, die für das Pflügen eingesetzt werden sollen. Auf dieser sowie auf weiteren 43 Tontafeln ist die Verwendung des Esels als Zugtier durch die Verbindung der Zeichen für Esel (sumerisch ANŠE) mit dem Wort für Pflugschar (sumerisch apin = ANŠE.apin „Pflugesel“) eindeutig belegt. Des Weiteren enthält die Liste Angaben zu Personen, die Esel erhalten oder zurückgegeben haben, sowie zu deren Berufen.Aus anderen Texten ist bekannt, dass sich die Tiere im Eigentum von Sud, dem Stadtgott von Schuruppak, beziehungsweise der Tempelverwaltung befanden.----The 1902/03 excavation campaign in Shuruppak (modern Fara) yielded 170 cuneiform tablets dealing with livestock management. 93 tablets deal with the administration of donkeys, used as plough animals as proved by the association of the signs for donkey (Sumerian ANŠE) and the word for ploughing (Sumerian apin = ANŠE.apin, 'plough donkey').With seven columns on the front and eight on the back the tablet VAT9079 features one of the most extensive surviving texts on livestock management.The text summarises the number of donkeys rented for the fieldwork - 320 in total - calculated in teams of four (quadrigae). The list also contains information about the individuals who rented or returned the donkeys, such as their names and professions. The costs associated with the loan of the animals were the responsibility of the borrowers, who were required to either pay the rent or provide compensation in the form of work for the temple.The donkeys were the property of Sud, the city god of Shuruppak, represented on earth by the temple administration. The temple was one of the institutions responsible for the city administration.(A.Valsecchi Gillmeister)