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Miniaturgefäß

Ident. Nr.: VA 08452

ObjID: obj:1743659

Details (Expert)

Datierung
6. Jahrhundert vor Christus
Periode: Neubabylonisch
Geografische Bezüge
Babylon,
Vorderasien
Material / Technik
Glas
Abmessungen
Höhe: 6,8 cm
Durchmesser: 6 cm
Gewicht: 0,1 kg

Objektbeschreibung

Das aus einem opaken, milchweißen Glas gefertigte Gefäß wurde als Beigabe in einem Sarkophag gefunden. Gefäßmündung und Scheibenfuß werden von blauen Glasfäden umschlossen. Die Schnurhenkel aus weißen Glasfäden sind durch breitgedrückte, blaue Glasfäden am Gefäßkörper verklebt. Halsbereich und Wandung zieren Augen, die aus weißen und blauen Ringen mit einem roten Kern geformt wurden.

Die dicke Wandung zeigt, dass das Gefäß in Sandkern-Technik gefertigt wurde. Bei der seit Mitte des 2. Jahrtausends v. Chr. in Ägypten und Mesopotamien bekannten Technologie wurde über einem Metallstab ein festes Sand-Tongemisch, dem späteren Gefäßhohlraum entsprechend, geformt. Dieser Sandkern wurde dann in eine Glasschmelze getaucht oder der Kern wurde mit heißen Glasstreifen überzogen. Zur Dekorgestaltung brachte man auf der Oberfläche andersfarbige Glasfäden, Punkte oder Tropfen auf, die in die Gefäßoberfläche eingedrückt wurden.

Anhand der Keramik- und Schmuckbeigaben wird das Grab in die zweite Hälfte des 6. Jahrhunderts v. Chr. datiert. Glasgefäße hatten aufgrund der Materialbeschaffenheit eine verhältnismäßig kurze Lebensdauer, so dass das Gefäß nicht wesentlich älter als das Grab sein dürfte. Verwendung fanden Amphoriskoi zur Aufbewahrung von Kosmetika, wie Parfümen und Ölen. Sie gehören deshalb auch häufig zum Gefäßrepertoire bei Bestattungen. [Lutz Martin]

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Vorderasiatisches Museum

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Esel-Liste für die Feldarbeit

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Im Rahmen der Grabungskampagne 1902/03 wurden 170 Keilschrifttafeln entdeckt, die Texte zur Viehverwaltung von Schuruppak (dem heutigen Fara) enthalten und damit einen wichtigen Einblick in die Wirtschaft dieser Region geben. Allein 93 Tafeln befassen sich mit Eseln, die hier gezeigte Liste stellt nach Inhalt, Form, Größe und Anzahl der Spalten – sieben auf der Vorderseite und acht auf der Rückseite – einen der umfangreichsten erhaltenen Texte zur Viehverwaltung dar.Der Text enthält einen Summenvermerk von Eseln für die Feldarbeit, wobei die Gesamtzahl der Tiere in Vierergespannen (Quadrigen) berechnet wird. Die Summe nennt 80 Quadrigen, also 320 Tiere, die für das Pflügen eingesetzt werden sollen. Auf dieser sowie auf weiteren 43 Tontafeln ist die Verwendung des Esels als Zugtier durch die Verbindung der Zeichen für Esel (sumerisch ANŠE) mit dem Wort für Pflugschar (sumerisch apin = ANŠE.apin „Pflugesel“) eindeutig belegt. Des Weiteren enthält die Liste Angaben zu Personen, die Esel erhalten oder zurückgegeben haben, sowie zu deren Berufen.Aus anderen Texten ist bekannt, dass sich die Tiere im Eigentum von Sud, dem Stadtgott von Schuruppak, beziehungsweise der Tempelverwaltung befanden.----The 1902/03 excavation campaign in Shuruppak (modern Fara) yielded 170 cuneiform tablets dealing with livestock management. 93 tablets deal with the administration of donkeys, used as plough animals as proved by the association of the signs for donkey (Sumerian ANŠE) and the word for ploughing (Sumerian apin = ANŠE.apin, 'plough donkey').With seven columns on the front and eight on the back the tablet VAT9079 features one of the most extensive surviving texts on livestock management.The text summarises the number of donkeys rented for the fieldwork - 320 in total - calculated in teams of four (quadrigae). The list also contains information about the individuals who rented or returned the donkeys, such as their names and professions. The costs associated with the loan of the animals were the responsibility of the borrowers, who were required to either pay the rent or provide compensation in the form of work for the temple.The donkeys were the property of Sud, the city god of Shuruppak, represented on earth by the temple administration. The temple was one of the institutions responsible for the city administration.(A.Valsecchi Gillmeister)