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Fassade des Innin-Tempels des Karaindasch (Ausschnitt)

Ident. Nr.: VA 10983

ObjID: obj:1744134

Details (Expert)

Datierung
Ende 15. Jahrhundert vor Christus
Geografische Bezüge
Material / Technik
Keramik
Abmessungen
Höhe: 2,11 m (mit Sockel)
Breite: 9,75 m (inklusive Türweg)

Objektbeschreibung

Im Verlauf der Arbeiten entlang der Ziegelmauer um das Heiligtum Eanna in Uruk stießen die Ausgräber auf einen Mauerwinkel, in dem unvermutet Reste eines kleinen Tempels zutage traten. Der rechteckige Bau mit kleinem Vorhof und größerer Cella hatte die Maße von etwa 22,5 zu 17,5 Metern, besaß stark betonte Gebäudeecken und war an den Außenwänden mit einer Nischenfassade versehen. In unmittelbarer Umgebung fanden sich Reste vieler Formziegel, deren erkennbare Einbindung ins Mauerwerk sie als Zierstücke der Außenwand auswies. Beim Zusammenfügen ergab sich so eine Art nischenartig gegliederte Blendfassade, deren vorspringende Teile mit halbrunden Symbolen und geschlängelten Bändern verziert waren, während in den Nischen Figuren gestanden hatten. Einer der Ziegel gab inschriftliche Auskunft über den Bauherrn. Ein König Kara-indasch hatte den Tempel für die Göttin Inanna von Uruk errichten lassen. Überlieferte Königslisten gestatten die Datierung des Bauwerks um das Jahr 1413 v. Chr. Kara-indasch gehörte zur Dynastie eines „Kassiten“ genannten Bergvolkes, das damals über Babylonien herrschte, aber weitgehend assimiliert wurde und die babylonischen Traditionen aktiv fortführte. Ein Ausdruck dieses Traditionswillens ist letztlich auch der hier beschriebene Tempel, der der schon seit dem Beginn des 3. Jahrtausends v. Chr. verehrten Göttin geweiht war. Die eine Berglandschaft wiedergebenden gerundeten Symbole an der Wand und auf den Gewändern der Figuren weisen noch auf die Herkunft der Dynastie hin. Die Figuren selbst, durch Hörnerkronen als Götter kenntlich, stehen ganz in mesopotamischer Tradition. Es sind abwechselnd nicht namentlich bekannte weibliche und männliche Götter, deren Hände Wasserflaschen halten, aus denen belebendes Nass in Strömen zur Erde fließt.

Der groben Struktur der Ziegel angemessen, erscheint die Darstellung der Götter schematisch und vereinfacht. Das Wesentliche des Ausdrucks einer göttlichen Gewalt ist aber erfasst und erstaunlich gut in den Proportionen mit den Erfordernissen der Fugentrennung in Einklang gebracht. Kappe, Gesicht, Schultern und Arme werden durch die Fugen nicht gestört. Andere Details, wie der Fluss der Haare, sind kaum beeinträchtigt. Bemerkenswert ist die Verbindung des der Flasche entströmenden Wassers beim Übergang von der Halbplastik zur Fläche der Wand. Es wird deutlich, dass der Ausführung eine wohldurchdachte Modellplanung zugrunde lag. Wandverzierungen mit Formziegeln sind seit altbabylonischer Zeit nachweisbar. In figürlicher Gestaltung, wie überhaupt in Verbindung mit der Bauform des Tempels, ist dieses Architekturbeispiel jedoch in Vorderasien bisher der früheste Beleg. [Joachim Marzahn]

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Vorderasiatisches Museum

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Esel-Liste für die Feldarbeit

Esel-Liste für die Feldarbeit

Im Rahmen der Grabungskampagne 1902/03 wurden 170 Keilschrifttafeln entdeckt, die Texte zur Viehverwaltung von Schuruppak (dem heutigen Fara) enthalten und damit einen wichtigen Einblick in die Wirtschaft dieser Region geben. Allein 93 Tafeln befassen sich mit Eseln, die hier gezeigte Liste stellt nach Inhalt, Form, Größe und Anzahl der Spalten – sieben auf der Vorderseite und acht auf der Rückseite – einen der umfangreichsten erhaltenen Texte zur Viehverwaltung dar.Der Text enthält einen Summenvermerk von Eseln für die Feldarbeit, wobei die Gesamtzahl der Tiere in Vierergespannen (Quadrigen) berechnet wird. Die Summe nennt 80 Quadrigen, also 320 Tiere, die für das Pflügen eingesetzt werden sollen. Auf dieser sowie auf weiteren 43 Tontafeln ist die Verwendung des Esels als Zugtier durch die Verbindung der Zeichen für Esel (sumerisch ANŠE) mit dem Wort für Pflugschar (sumerisch apin = ANŠE.apin „Pflugesel“) eindeutig belegt. Des Weiteren enthält die Liste Angaben zu Personen, die Esel erhalten oder zurückgegeben haben, sowie zu deren Berufen.Aus anderen Texten ist bekannt, dass sich die Tiere im Eigentum von Sud, dem Stadtgott von Schuruppak, beziehungsweise der Tempelverwaltung befanden.----The 1902/03 excavation campaign in Shuruppak (modern Fara) yielded 170 cuneiform tablets dealing with livestock management. 93 tablets deal with the administration of donkeys, used as plough animals as proved by the association of the signs for donkey (Sumerian ANŠE) and the word for ploughing (Sumerian apin = ANŠE.apin, 'plough donkey').With seven columns on the front and eight on the back the tablet VAT9079 features one of the most extensive surviving texts on livestock management.The text summarises the number of donkeys rented for the fieldwork - 320 in total - calculated in teams of four (quadrigae). The list also contains information about the individuals who rented or returned the donkeys, such as their names and professions. The costs associated with the loan of the animals were the responsibility of the borrowers, who were required to either pay the rent or provide compensation in the form of work for the temple.The donkeys were the property of Sud, the city god of Shuruppak, represented on earth by the temple administration. The temple was one of the institutions responsible for the city administration.(A.Valsecchi Gillmeister)