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Ischtar-Tor (III. Baustufe)

Ident. Nr.: n/a

ObjID: obj:1744146

Details (Expert)

Datierung
7.-6. Jahrhundert vor Christus
Periode: Neubabylonisch
Geografische Bezüge
Material / Technik
Keramik; glasiert
Abmessungen
Höhe: 14,75 m
Breite: 26,41 m
Dicke: 4,38 m

Objektbeschreibung

In der Rekonstruktion enthalten sind folgende originale Tierreliefs und Dekorelemente: Ident.Nr. VA Bab 01408-VA Bab 01456 und VA Bab 07661.

Gleichermaßen als architektonischer Höhepunkt wie als Hauptbollwerk der gesamten Anlage bot sich das Ischtar-Tor dem Betrachter dar, eingegliedert in den doppelten Mauerring der Stadtbefestigungen und insofern wie die anderen Tore als zweiteiliger Komplex errichtet; hier gelangte der damalige Bewohner zum Eingang der Stadt. Jedoch erst nach etwa 48 Metern Wegstrecke durch die Bäume des Vortores, des Zwischenplatzes und des Haupttores erreichte man das Stadtinnere. Allein schon dieses Maß mag Auskunft darüber geben, welch gewaltiger Baukörper dieser vor Feinden und nachts mit Türen verschließbare Stadteingang war.

Durch je zwei Türme gedeckt und bekrönt mit treppenförmigen Zinnen, bot das Tor hinreichenden Schutz vor jedem Angreifer: Zudem besaß das Bauwerk im Inneren Räume für das Wach- und Verteidigungspersonal sowie eine eigene Zisterne, die eine unabhängige Wasserversorgung garantierte. Die Ausmaße sind heute nur noch schwer vorstellbar, zumal sich die Rekonstruktion des Tores an die vorgegebenen Museumsräume zu halten hatte. Demzufolge konnte hier nur das kleinere Vortor viedererrichtet werden, hinter dem der Betrachter sich mit Hilfe seiner Phantasie und unter Vergleich mit dem Modell das weitaus größere Haupttor ergänzt denken muss. Beeindruckend ist jedoch noch heute die dank der angewendeten Glasurtechnik erhaltene Farbigkeit der Wände, auch wenn nur die Tierreliefs und einige Ornamentbänder aus Originalfragmenten wieder zusammengefügt wurden. Der restliche Gesamtaufbau ist aus modernen Ergänzungen, die man leicht unterscheiden kann, gefertigt.

Im Gegensatz zu den Wänden der Prozessionsstraße ist nun das gesamte Tor mit farbigen Ziegeln verkleidet. Der Vergleich der Anzahl der bei der Grabung gefundenen Bruchstücke mit den Maßen der Mauern sowie der Gestaltung der unteren Bauphasen rechtfertigt diese Rekonstruktion. Ebenso wie an der Straße, so bilden auch hier Tierdarstellungen die Hauptmotive und dienten als symbolisches Erscheinungsbild von Göttern und deren Verehrung. In alternierenden Reihen übereinander, gerahmt von Ornamenten mit zur Bedeutung des Neujahrsfestes passenden Blütenreihen, erscheinen nun schreitende Stiere und Drachen. Während der Wildstier – ein seit Jahrtausenden verehrtes Fruchtbarkeitssymbol – dem die Naturgewalten lenkenden Wettergott Adad heilig war, erregte das andere Tier – augenscheinlich ein Mischwesen – zur Zeit Nebukadnezars sicher gleichermaßen Entsetzen und Ehrfurcht, wie es noch heute Verwunderung erzeugt. Es ist der Drache des Marduk, des Reichsgottes der Babylonier und himmlischen Beherrschers von Babylon.

Ursprünglich um die Gebäudeecken herum um jeweils eine Ziegelhöhe differierend angebracht, sind heute 42 Stiere und Drachen zu sehen. Im Original waren nach Berechnungen der Ausgräber einst etwa 575 solcher Tierdarstellungen angebracht Nicht genug dieser Prachtfülle, gehörte außerdem zur Ausstattung des Tores weit mehr. Leider ist davon nichts mehr erhalten gewesen. Der Bauherr Nebukadnezar II. sagt in seiner Gründungsinschrift darüber: „Gewaltige Zedern legte ich zur Bedachung der Länge nach hin. Türflügel aus Zedernholz, mit Bronze bekleidet; eine Schwelle und Angeln, aus Erz gegossen, befestigte ich an allen Türöffnungen. Unbändige Stiere und ergrimmte Drachen stellte ich im Torraum auf . . .“ Ein Auszug aus dieser Inschrift, ebenfalls in Glasurziegeltechnik, ist heute neben dem linken Torturm angebracht. [Joachim Marzahn]

Letzte Aktualisierung: 07.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Vorderasiatisches Museum

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