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Stiftmosaik- Wandverkleidung; Teil einer Podestfassade des Innenhofs des Eanna-Tempels

Ident. Nr.: VA 10997

ObjID: obj:1744361

Details (Expert)

Datierung
um 3000 vor Christus
Periode: Uruk-Zeit
Geografische Bezüge
Material / Technik
Keramik; Gips
Abmessungen
Höhe: 1,5 m
Breite: 3,15 m

Objektbeschreibung

Südöstlich und südwestlich der Zikkurat des Königs Urnammu wurden im Tempelbezirk von Eanna in Uruk bei den Ausgrabungen mehrere große Kultgebäude entdeckt, die in ihren architektonischen Überresten unmittelbar übereinanderliegend der Schichtengruppe VI-IV zuzurechnen sind. Bereits diese Relikte großartiger Architekturschöpfungen kennzeichnen die den Schichten VI-IV gleichzusetztende Periode als einen Höhepunkt einer der ältesten Stadtkulturen Mesopotamiens. Ebenfalls in die späte Uruk-Zeit mit ihrer bemerkenswerten Monumentalarchitektur gehört im Zusammenhang mit einem administrativen Rechnungswesen die Erfindung eines Schriftsystems, das Zahl- und Bildzeichen verwendete und auf Tontafeln fixiert wurde.
Bestandteil einer mehrgliedrigen Kultanlage in Eanna, dem Tempelbezirk der Stadtgöttin Inanna, ist ein rechteckiger Hof, der auf der SW- und NW-Seite von höher gelegenen Terrassen flankiert wird. Auf der sogenannten Pfeilerterrasse im NW erhob sich eine offene quergelagerte Halle mit vier Paar gewaltigen Rundpfeilern und vier Halbrundpfeilern. In der Achse des dritten Interkolumniums war die Terrasse zu einem Podest erweitert worden, von dem aus man über zwei seitliche Treppen den Hof erreichen konnte (Schicht IVb). Diese Podestfassade betont die Mitte der nordwestlichen Hofseite und ist zwischen den (in der Rekonstruktion auf der Abbildung nicht berücksichtigten) Treppen zum Hof hin reich gegliedert: Die Schauseite wird von doppelt abgetreppten Nischen dominiert, die Pfeiler dazwischen waren mit jeweils zwei senkrechten Ritzlinien geschmückt. Stiftmosaiken füllen die Nischenspiegel mit bunten geometrischen Mustern aus. Den oberen Abschluss der Podestfassade bilden vier durchlaufende Reihen von ungefärbten Tonstiften mit dekorativen Grubenköpfen, in den Abmessungen deutlich größer als das übliche Format (Durchmesser 3,0 cm).
Die Dekorationsmuster der acht verschiedenen Stiftmosaikfelder in den Nischen dürften ihr Vorbild in einer Flechtwerktechnik haben. Nach dem Ausgrabungsbefund folgen, von links beginnend, die flächenfüllenden Muster Zickzack (in horizontaler Orientierung), Rauten (unten als Dreiecke beginnend), Dreiecke, Dreiecke, Rauten, Dreiecke, Zickzack (in vertikaler Orientierung, unten als Dreiecke beginnend) und Rauten. Die Kompositionsregeln der Dekoration, die Abfolge und der Wechsel von statisch und dynamisch empfundenen Mustern können als Vorstufen zur Stiftmosaikdekoration der jüngeren Pfeilerhalle in Uruk (Stufe IVa) gelten. [Ralf-Bernhard Wartke]

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Vorderasiatisches Museum

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Esel-Liste für die Feldarbeit

Esel-Liste für die Feldarbeit

Im Rahmen der Grabungskampagne 1902/03 wurden 170 Keilschrifttafeln entdeckt, die Texte zur Viehverwaltung von Schuruppak (dem heutigen Fara) enthalten und damit einen wichtigen Einblick in die Wirtschaft dieser Region geben. Allein 93 Tafeln befassen sich mit Eseln, die hier gezeigte Liste stellt nach Inhalt, Form, Größe und Anzahl der Spalten – sieben auf der Vorderseite und acht auf der Rückseite – einen der umfangreichsten erhaltenen Texte zur Viehverwaltung dar.Der Text enthält einen Summenvermerk von Eseln für die Feldarbeit, wobei die Gesamtzahl der Tiere in Vierergespannen (Quadrigen) berechnet wird. Die Summe nennt 80 Quadrigen, also 320 Tiere, die für das Pflügen eingesetzt werden sollen. Auf dieser sowie auf weiteren 43 Tontafeln ist die Verwendung des Esels als Zugtier durch die Verbindung der Zeichen für Esel (sumerisch ANŠE) mit dem Wort für Pflugschar (sumerisch apin = ANŠE.apin „Pflugesel“) eindeutig belegt. Des Weiteren enthält die Liste Angaben zu Personen, die Esel erhalten oder zurückgegeben haben, sowie zu deren Berufen.Aus anderen Texten ist bekannt, dass sich die Tiere im Eigentum von Sud, dem Stadtgott von Schuruppak, beziehungsweise der Tempelverwaltung befanden.----The 1902/03 excavation campaign in Shuruppak (modern Fara) yielded 170 cuneiform tablets dealing with livestock management. 93 tablets deal with the administration of donkeys, used as plough animals as proved by the association of the signs for donkey (Sumerian ANŠE) and the word for ploughing (Sumerian apin = ANŠE.apin, 'plough donkey').With seven columns on the front and eight on the back the tablet VAT9079 features one of the most extensive surviving texts on livestock management.The text summarises the number of donkeys rented for the fieldwork - 320 in total - calculated in teams of four (quadrigae). The list also contains information about the individuals who rented or returned the donkeys, such as their names and professions. The costs associated with the loan of the animals were the responsibility of the borrowers, who were required to either pay the rent or provide compensation in the form of work for the temple.The donkeys were the property of Sud, the city god of Shuruppak, represented on earth by the temple administration. The temple was one of the institutions responsible for the city administration.(A.Valsecchi Gillmeister)