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Tierkampfszene, Figurenband

Ident. Nr.: VA 02019

ObjID: obj:1744482

Details (Expert)

Datierung
2350-2200 vor Christus
Periode: Akkadisch
Material / Technik
Stein-Marmor
Abmessungen
Höhe: 4,4 cm
Durchmesser: 3 cm
Gewicht: 77,2 g

Objektbeschreibung

Die Abrollung des sehr sorgfältig geschnittenen, aber schlecht erhaltenen Rollsiegels bildet zwei kämpfende Paare ab. Links ist ein sechslockger und nahezu unbekleideter Held zu erkennen, der mit einem Arnibüffel ringt. Zwei kämpfende Skorpione sind im unteren Bildbereich zwischen den beiden Kontrahenten zu erkennen. Rechts daneben ist ein Kampf zwischen einem Löwen und einem Stiermenschen dargestellt. Eine dreizeilige Legende, die die Siegelbesitzerin - eine Priesterin - nennt, ergänzt das Siegelbild. [Anja Fügert]

Letzte Aktualisierung: 22.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Vorderasiatisches Museum

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Fassade des Innin-Tempels des Karaindasch (Ausschnitt)

Fassade des Innin-Tempels des Karaindasch (Ausschnitt)

Im Verlauf der Arbeiten entlang der Ziegelmauer um das Heiligtum Eanna in Uruk stießen die Ausgräber auf einen Mauerwinkel, in dem unvermutet Reste eines kleinen Tempels zutage traten. Der rechteckige Bau mit kleinem Vorhof und größerer Cella hatte die Maße von etwa 22,5 zu 17,5 Metern, besaß stark betonte Gebäudeecken und war an den Außenwänden mit einer Nischenfassade versehen. In unmittelbarer Umgebung fanden sich Reste vieler Formziegel, deren erkennbare Einbindung ins Mauerwerk sie als Zierstücke der Außenwand auswies. Beim Zusammenfügen ergab sich so eine Art nischenartig gegliederte Blendfassade, deren vorspringende Teile mit halbrunden Symbolen und geschlängelten Bändern verziert waren, während in den Nischen Figuren gestanden hatten. Einer der Ziegel gab inschriftliche Auskunft über den Bauherrn. Ein König Kara-indasch hatte den Tempel für die Göttin Inanna von Uruk errichten lassen. Überlieferte Königslisten gestatten die Datierung des Bauwerks um das Jahr 1413 v. Chr. Kara-indasch gehörte zur Dynastie eines „Kassiten“ genannten Bergvolkes, das damals über Babylonien herrschte, aber weitgehend assimiliert wurde und die babylonischen Traditionen aktiv fortführte. Ein Ausdruck dieses Traditionswillens ist letztlich auch der hier beschriebene Tempel, der der schon seit dem Beginn des 3. Jahrtausends v. Chr. verehrten Göttin geweiht war. Die eine Berglandschaft wiedergebenden gerundeten Symbole an der Wand und auf den Gewändern der Figuren weisen noch auf die Herkunft der Dynastie hin. Die Figuren selbst, durch Hörnerkronen als Götter kenntlich, stehen ganz in mesopotamischer Tradition. Es sind abwechselnd nicht namentlich bekannte weibliche und männliche Götter, deren Hände Wasserflaschen halten, aus denen belebendes Nass in Strömen zur Erde fließt. Der groben Struktur der Ziegel angemessen, erscheint die Darstellung der Götter schematisch und vereinfacht. Das Wesentliche des Ausdrucks einer göttlichen Gewalt ist aber erfasst und erstaunlich gut in den Proportionen mit den Erfordernissen der Fugentrennung in Einklang gebracht. Kappe, Gesicht, Schultern und Arme werden durch die Fugen nicht gestört. Andere Details, wie der Fluss der Haare, sind kaum beeinträchtigt. Bemerkenswert ist die Verbindung des der Flasche entströmenden Wassers beim Übergang von der Halbplastik zur Fläche der Wand. Es wird deutlich, dass der Ausführung eine wohldurchdachte Modellplanung zugrunde lag. Wandverzierungen mit Formziegeln sind seit altbabylonischer Zeit nachweisbar. In figürlicher Gestaltung, wie überhaupt in Verbindung mit der Bauform des Tempels, ist dieses Architekturbeispiel jedoch in Vorderasien bisher der früheste Beleg. [Joachim Marzahn]

Urkunde: Liste von Wagenlenkern

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Diese Keilschrifttafel wurde bei Ausgrabungen in Assur (dem heutigen Qal‘at Sherqaṭ) gefunden. Darin wird protokolliert, wie der Inspektor Ame-Atar die Wehrtauglichkeit von neun, als Tribut abgegebenen Streitwagengespannen überprüft. Unter dem Namen und Titel des Kommandeurs steht eine Liste, welche die Namen, Rangbezeichnungen und die Heimatorte der Gestellungspflichtigen sowie die Zahl und Art der gelieferten Ware beinhaltet. Die Beschreibungen der Tiere sind sehr detailliert und kategorisieren sie als tauglich oder untauglich. Neben 19 Pferden (akkadisch sisû) wird auch ein Esel (sumerisch ANŠE, akkadisch imēru) erwähnt, der eigentlich nicht beim Streitwagen eingesetzt wurde. Der Esel sollte vielleicht Vorräte für die Expedition tragen oder aufgrund seines besonderen Schutzinstinktes zur Beruhigung der Pferde mitgeführt werden.------The cuneiform tablet reports Inspector Ame-Atar's examination of the condition of nine war chariot teams presented as tribute. It lists the name and title of the commander, as well as names, ranks and hometowns of the conscripts and the number and type of goods supplied. The descriptions of the animals, categorised as suitable or unsuitable, are very detailed. In addition to19 horses (Accadian sisû), a donkey (Sumerian ANŠE, Accadian imēru) is also mentioned. The donkey was part of the convoy to carry supplies or, due to its protective nature, to protect and calm down the horses.(A. Valsecchi Gillmeister)

Achtseitiges Prisma mit Weihinschrift Tiglatpilesars I. von Assyrien

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Obgleich der Anlass zur Anfertigung solcher Inschriften in der Regel der Bau von Tempeln war, hat der Inhalt weit größere Bedeutung für die Geschichtsforschung. Aufbau und Inhalt dieser zeitgenössischen Texte gehen weit über den Zweck hinaus und dienen der Glorifizierung des Bauherrn durch Auflistung seiner Taten. Das abgebildete Stück, das besterhaltene einer Reihe von Exemplaren, berichtet von den Kriegszügen Tiglatpilesars I. (1114–1076 v. Chr.) von Assyrien. Eingeteilt in sichtbare Paragraphen werden nach der Einleitung mit Gottesanrufungen und Titulatur die Feldzüge in Annalenform chronologisch beschrieben. In bildreicher und drastisch realistischer Erzählweise erscheinen aufeinanderfolgend militärische Operationen von großer Reichweite und kriegerischer Härte. Sie führten u. a. bis nach Anatolien und Armenien, zu den Quellen des Tigris und Habur, wie auch nach Obermesopotamien/Syrien sowie in die Wüste zum Kampf gegen die Aramäer. Erstmals konnten das Mittelmeer erreicht und die dortigen Staaten unterworfen werden. Wegstrecken von mehr als 1000 Kilometern wurden zurückgelegt, wobei man auch Pioniertechnik zur Flussüberwindung einsetzte. Entscheidenden Anteil am siegreichen Vorgehen hatten dabei die beweglichen Kampfwagenverbände. Reiche Beute floss ins Land, es wurden „erobert 42 Länder und ihre Könige, vom Ostufer des Unteren Zab ... bis jenseits des Euphrat, die ‚Hethiter’, und das (Mittel)meer im Westen – von meinem Antrittsjahr bis zu meinem fünften Regierungsjahr“. Exotische Früchte und Bäume führte man mit und kultivierte sie in Assyrien. Elefanten und andere Wildtiere fing man und hielt sie als Schauobjekte bzw. zur Zucht von Opfertieren. Dies alles wurde aufgezeichnet anlässlich der Wiederherstellung des Anu-Adad-Tempels in Assur, datiert am 29. Tag des Kuzallu im Eponymat des Obermundschenks Ina-ilija-allak (d. i. etwa 13. Juni 1109 v. Chr.), und im Fundament niedergelegt. [Joachim Marzahn]