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Pilgermuschel mit Beweinung Christi

Ident. Nr.: F 2469

ObjID: obj:1819267

Details (Expert)

Datierung
Anfang 16. Jahrhundert
Material / Technik
Elfenbein, geschnitzt
Abmessungen
Objektmaß: 7,7 x 7,6 x 2,4 cm

Objektbeschreibung

Die Außenseite sowie der Rand des Werkes sind in Gestalt einer Jakobsmuschel geschnitzt, die Innenseite zeigt, eingepasst in die Wölbung der Muschelform, eine Darstellung der Beweinung Christi. Maria sitzt, leicht nach links gewandt, in der Mitte des Bildes, ihre Hände sind vor der Brust zum Gebet gefaltet. Auf ihrem Schoß liegt der tote Christus, die Füße rechts auf den Boden gesetzt. Sein Kopf wird von hinten durch den links sitzenden Johannes Ev. gestützt, der mit seiner Rechten unter Benutzung eines kurzen Stabes die Dornenkrone vom Haupt Christi löst. Rechts erscheint Maria Magdalena mit langem, unverhüllten Haar und einem mörserförmigem Salbgefäß in ihrer Linken, in das sie mit der Rechten einen Stößel einführt. Alle Figuren außer dem toten Christus besitzen einen Nimbus.
Das Werk ist allseits bearbeitet. Das figürliche Relief an der Innenseite ist insbesondere im Bereich der Oberkörper der drei sitzenden Figuren und des toten Christus sehr tief, teils mehr als halbrund, ausgearbeitet. Spuren von Polychromie sind nicht vorhanden, jedoch gibt es Verfärbungen in bestimmten Bereichen der Oberfläche, deren Ursachen bislang nicht analysiert worden sind.
Ein größerer Materialabbruch befindet sich oben rechts und in Fortsetzung am rechten Rand der Muschel. Drei kleinere Fehlstellen entlang des äußeren Randes der Muschelform befinden sich im Bereich zwischen den Füßen Christi und dem linken Schuh der Maria, unterhalb der Gewänder der Maria und des Johannes Ev. sowie links neben dessen Schulter. Besonders exponierte Teile des Reliefs wie die Stelle der Seitenwunde Christi sind stark abgerieben, was auf eine intensive Nutzung des kleinen Andachtsbildes verweist. LL

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Fußgestell, Zinnenring (an der Schale) und Figuren gegossen. Fußgestell außen, Schilde, Schalenrand, Fond, Kranz, Sockelmitte mit Zaun und Hirsch vergoldet, der Hügel mit Resten grünen, transluziden Emails. Tragefiguren durch einen Zinnenring verbunden, der an eine Manschette gelötet ist. Auf dieser sitzt die Schale, gehalten von einem Zungenkranz. - Eine Frucht im aufgelegten Blattkranz der Schale und Geweih des Hirsches verloren.Das Gerät lehnt sich im Aufbau an die Evangelisten- und die Kirchenväterschale (Inv. Nr. 1874, 394 und 1874, 393) an. Die tragenden Schildhalter sind nach einem Modell gegossen. Im Fond der tiefen Schale getriebenes Geäst mit Blättern und Früchten (Feigen?). Im Zentrum ein Hügel mit liegendem Hirsch, umgeben von einem Flechtzaun mit überdachtem Tor und Vorhängeschloß. Aufgelegt ein Kranz aus Blättern und Früchten und vier Wappen.Eines der Wappen dürfte das des Besitzers sein, des Ratsherren Johannes junior von dem Lohe, der 1468 Sülfmeister und 1480 Kämmerer wurde (gest. 1482). Das zweite Wappen von dem Lohe verweist im Verein mit dem der Godenstede auf die Eltern, Johannes von dem Lohe (gest. 1471) und dessen erste Frau Gesche von Godenstede, das vierte Wappen ist das der Großmutter mütterlicherseits Tibbecke von Töbing, die seit 1466 Witwe war. Wie die Kämmereirechnungen verzeichnen, kam die Schale 1482 aus dem Nachlaß des Johannes von dem Lohe auf das Rathaus: "Hr. Johan vam lo 129m 9s hyrto noch syne beste suluere schale de quam vpp dat Radthus vnd wogh." Kurz wird sie im Inventar von 1555/56 erwähnt: "Ein grote sulueren schale her Johan van Loess."