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Tragaltar mit Bergkristallsäulen aus dem Welfenschatz

Ident. Nr.: W 9

ObjID: obj:1830301

Details (Expert)

Datierung
1. Drittel 12. Jahrhundert
Abmessungen
Objektmaß: 10,9 x 30,9 x 16,6 cm

Objektbeschreibung

Die Einfassung des Altarsteins zeigt an den Ecken der Mensaplatte in Doppelkreismedaillons die niellierten Figuren der Evangelisten als Schreiber. Sie halten Rohrfeder und Spitzmesser in Händen und sitzen hinter einer Schreibplatte, auf der ein Tintenfass steht. Seitlich zu ihrer Linken erscheint jeweils ein Buchpult. Die Darstellungen sind allein in Folge der Kopfwendungen der Figuren zum Altarstein hin sowie durch die am oberen Bildrand erscheinenden Köpfe der geflügelten Evangelistensymbole differenziert.
Bemerkenswert ist das Vorkommen von flächigem Niello an dem die Mensaplatte umlaufenden Rankenstreifen. Es handelt sich um eines der ältesten erhaltenen Beispiele dieser Technik, bei der nicht wie üblich die gravierte grafische Darstellung oder die Buchstaben eines Textes nielliert wurden, sondern deren Hintergrund.
Ohne Beispiel unter den erhaltenen Tragaltären des Mittelalters ist die Gliederung der Seiten durch geschliffene und mit blauen Folien hinterlegte Säulen aus Bergkristall, die durch kapselartige Basen und Kapitelle befestigt sind. Dazwischen befinden sich 16 in Silberblech getriebene Darstellungen von thronenden männlichen Figuren. In der Mitte der Vorderseite erscheint Christus, er überreicht Petrus zu seiner Rechten die mit dem Monogramm PE(T)R(VS) bezeichneten Schlüssel und Paulus zu seiner Linken ein geöffnetes Buch. Auf diese Szene der Traditio legis, der Gesetzesübergabe an die Apostelfürsten, folgen zu beiden Seiten die Figuren der übrigen zehn Apostel. Unklar blieb bislang die Bedeutung der zentralen Figurengruppe an der Rückseite. LL

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Konfektschale auf drei Schildhaltern mit Hirsch im Gehege aus dem Lüneburger Ratssilber

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Fußgestell, Zinnenring (an der Schale) und Figuren gegossen. Fußgestell außen, Schilde, Schalenrand, Fond, Kranz, Sockelmitte mit Zaun und Hirsch vergoldet, der Hügel mit Resten grünen, transluziden Emails. Tragefiguren durch einen Zinnenring verbunden, der an eine Manschette gelötet ist. Auf dieser sitzt die Schale, gehalten von einem Zungenkranz. - Eine Frucht im aufgelegten Blattkranz der Schale und Geweih des Hirsches verloren.Das Gerät lehnt sich im Aufbau an die Evangelisten- und die Kirchenväterschale (Inv. Nr. 1874, 394 und 1874, 393) an. Die tragenden Schildhalter sind nach einem Modell gegossen. Im Fond der tiefen Schale getriebenes Geäst mit Blättern und Früchten (Feigen?). Im Zentrum ein Hügel mit liegendem Hirsch, umgeben von einem Flechtzaun mit überdachtem Tor und Vorhängeschloß. Aufgelegt ein Kranz aus Blättern und Früchten und vier Wappen.Eines der Wappen dürfte das des Besitzers sein, des Ratsherren Johannes junior von dem Lohe, der 1468 Sülfmeister und 1480 Kämmerer wurde (gest. 1482). Das zweite Wappen von dem Lohe verweist im Verein mit dem der Godenstede auf die Eltern, Johannes von dem Lohe (gest. 1471) und dessen erste Frau Gesche von Godenstede, das vierte Wappen ist das der Großmutter mütterlicherseits Tibbecke von Töbing, die seit 1466 Witwe war. Wie die Kämmereirechnungen verzeichnen, kam die Schale 1482 aus dem Nachlaß des Johannes von dem Lohe auf das Rathaus: "Hr. Johan vam lo 129m 9s hyrto noch syne beste suluere schale de quam vpp dat Radthus vnd wogh." Kurz wird sie im Inventar von 1555/56 erwähnt: "Ein grote sulueren schale her Johan van Loess."