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Tragaltar mit Bergkristallsäulen aus dem Welfenschatz

Ident. Nr.: W 9

ObjID: obj:1830301

Details (Expert)

Datierung
1. Drittel 12. Jahrhundert
Abmessungen
Objektmaß: 10,9 x 30,9 x 16,6 cm

Objektbeschreibung

Die Einfassung des Altarsteins zeigt an den Ecken der Mensaplatte in Doppelkreismedaillons die niellierten Figuren der Evangelisten als Schreiber. Sie halten Rohrfeder und Spitzmesser in Händen und sitzen hinter einer Schreibplatte, auf der ein Tintenfass steht. Seitlich zu ihrer Linken erscheint jeweils ein Buchpult. Die Darstellungen sind allein in Folge der Kopfwendungen der Figuren zum Altarstein hin sowie durch die am oberen Bildrand erscheinenden Köpfe der geflügelten Evangelistensymbole differenziert.
Bemerkenswert ist das Vorkommen von flächigem Niello an dem die Mensaplatte umlaufenden Rankenstreifen. Es handelt sich um eines der ältesten erhaltenen Beispiele dieser Technik, bei der nicht wie üblich die gravierte grafische Darstellung oder die Buchstaben eines Textes nielliert wurden, sondern deren Hintergrund.
Ohne Beispiel unter den erhaltenen Tragaltären des Mittelalters ist die Gliederung der Seiten durch geschliffene und mit blauen Folien hinterlegte Säulen aus Bergkristall, die durch kapselartige Basen und Kapitelle befestigt sind. Dazwischen befinden sich 16 in Silberblech getriebene Darstellungen von thronenden männlichen Figuren. In der Mitte der Vorderseite erscheint Christus, er überreicht Petrus zu seiner Rechten die mit dem Monogramm PE(T)R(VS) bezeichneten Schlüssel und Paulus zu seiner Linken ein geöffnetes Buch. Auf diese Szene der Traditio legis, der Gesetzesübergabe an die Apostelfürsten, folgen zu beiden Seiten die Figuren der übrigen zehn Apostel. Unklar blieb bislang die Bedeutung der zentralen Figurengruppe an der Rückseite. LL

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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