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Engerer Kreuz aus dem Schatz des Stiftes St. Dionysius zu Enger/Herford

Ident. Nr.: 1888,635

ObjID: obj:1830329

Details (Expert)

Datierung
1. Drittel 12. Jahrhundert
Abmessungen
Objektmaß: Kreuz ohne Fuß 22,4 x 18,5 x 2,9 cm
Höhe x Durchmesser: Höhe Kreuz mit Fuß 38,9 x 16,9 cm Durchmesser vom Fuß

Objektbeschreibung

Die Vorderseite des Reliquienkreuzes ist in der Art einer Crux gemmata reich mit Steinbesatz, Perlen und Filigranranken verziert. Das Reliquiensepulcrum in der Vierung wird durch einen Beschlag mit der umlaufenden Inschrift + DE LIGNO DO(MI)NI (Vom Holz des Herrn) verschlossen. Darüber sitzt ein feiner karolingischer Bergkristallschnitt aus dem 9. Jahrhundert mit der Darstellung eines Engels. Perlschnüre umlaufen diesen sowie die acht anderen Hauptsteine an den Kreuzarmen und an den Balkenenden, wo sie von weiterem Steinbesatz und Perlgruppen konzentrisch umgeben sind. In zwei der Fassungen befinden sich antike Gemmen, von denen der repräsentative braun-weiß-blau geschichtete Sardonyx mit dem Profilbildnis eines Kaisers am unteren Kreuzende wohl erst in nachantiker Zeit durch Umarbeitung eines Kaiserinnen-Kameos aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. seine heutige Gestalt erhielt.
An der Rückseite des Krückenkreuzes zeigen niellierte Beschläge an der Vierung das blutende Agnus Dei mit der Hand Gottes und an den Balkenenden anthropomorphe Evangelistensymbole. Die Darstellung der Gewandfalten lässt Einflüsse des so genannten parzellierenden Stils erkennen, der um 1100 vor allem in Niedersachsen und Westfalen verbreitet war. Die darauf beruhende frühere Zuschreibung des Engerer Kreuzes zum Kreis der mit dem Namen Roger von Helmarshausen verbundenen Werke wird von der jüngeren Forschung jedoch zu Recht einhellig abgelehnt. LL

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Ovale Bildplatte mit dem Bildnis des Evangelisten Markus

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Ovale Bildplatte mit Blaumalerei. Dargestellt ist der Evangelist Markus, als bärtiger Mann, im Dreiviertelporträt. Er stützt seinen Kopf in die Linke, in der Rechten hält er ein Buch, sein Testament, in dem er liest. An seiner linken Seite erscheint sein Attribut, ein geflügelter Löwe. Am linken Rand der Platte ist ein Baum dargestellt, im Vordergrund Graswerk. Am Rand acht Ornamentmotive. Über der Figur der Schriftzug "St. MARCUS".Im Bestand des Kunstgewerbemuseums befinden sich insgesamt vier Evangelistenplatten (Inv. Nr. K 1571-1574). Zwei weitere, stilistisch verwandte Bildplatten im Bestand zeigen Porträts von zweien der drei Gründer der Nürnberger Fayencemanufaktur, Johann Conrad Romedi und Christoph Marx (Inv. Nr. K 1569 und K 1570), beide rückseitig in einer Inschrift von Georg Michael Tauber signiert und 1720 datiert - daher die Zuschreibung auch der Evangelistenplatten an Tauber. Während der deutsch-deutschen Teilung befanden sich die beiden Platten mit den Porträts der Firmengründer im Kunstgewerbemuseum Berlin-West und die vier Platten mit den Evangelisten im Kunstgewerbemuseum Berlin-Ost. Heute sind alle sechs Bildplatten in Schloss Köpenick, der Dependance des Berliner Kunstgewerbemuseum, gemeinsam ausgestellt. Evangelistenplatten (rechteckige) gehörten auch zum Repertoire der Dorotheenthaler Fayencemanufaktur. Möglicherweise lagen dieselben Stichvorlagen zugrunde.Lit.: Katalog KGM (Köpenick) 1988, S. 92, Text von Christiane Keisch; Silvia Glaser: Nürnberger Fayencen. Bestandskatalog GNM Nürnberg, 2017, S. 35f. (Abb. der Platten mit den Gründerporträts, Inv. Nr. K 1569, K 1570).ClKa

Teil vom Großen Silberbuffet aus dem Rittersaal des Berliner Schlosses

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Großes Handfass mit vasenförmigem Körper auf hochgewölbtem Glockenfuß. An den Seiten über weiblichen Maskarons zwei gedrehte Schlaufenhenkel. Der Zapfhahn unter einer Muschel als Maske mit Ausgussrohr. Am Hals des Gefäßes Scheibe mit dem kurbrandenburgischen Wappen zwischen zwei „Wilden Männern“. Zugehörig zur Wanne Inv. Nr. S 513, in welcher das Handfass hier steht.Die Kanne zählt zum Bestand des so genannten Großen Silberbuffets, welches sich bis zum Zweiten Weltkrieg im Berliner Schloss befand. Dabei handelt es sich um neun monumentale, aus Kannen und Becken bestehende Gießgarnituren, acht Kettenflaschen, zwei Kühlkessel, zwei Pastetenbüchsen sowie ein großes Handfass mit zugehöriger Wanne. Insgesamt umfasst das Buffet heute noch 33 prachtvolle vergoldete Silbergefäße, die überwiegend zwischen 1695 und 1698 auf Bestellung des Kurfürsten Friedrich III. in Augsburg, dem damaligen Zentrum der Goldschmiedekunst in Deutschland, hergestellt wurden.Das Ensemble war im Rittersaal des Berliner Schlosses als wandfester Teil der Innenarchitektur installiert: Während die Lavabogarnituren und die Kettenflaschen gegenüber dem Thron an der verspiegelten Wand angeordnet waren, standen die übrigen Gefäße in symmetrischer Anordnung auf einem Schanktisch davor. Das Große Silberbuffet war über Jahrhunderte gleichermaßen königliches Repräsentationsobjekt und Teil des brandenburgisch-preußischen Staatsschatzes. Von späteren Einschmelzungen blieb es auch deshalb nicht verschont. Der Schanktisch wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört, die erhaltenen Gefäße sind heute in der Dependance des Kunstgewerbemuseums in Schloss Köpenick in einer der ursprünglichen Anordnung angenäherten Rekonstruktion wieder aufgebaut. LL