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Tragaltar des Eilbertus aus dem Welfenschatz

Ident. Nr.: W 11

ObjID: obj:1830347

Details (Expert)

Datierung
um 1150
Geografische Bezüge
Abmessungen
Objektmaß: 13,3 x 35,7 x 20,9 cm

Objektbeschreibung

+ EILBERTVS COLONIENSIS ME FECIT (der Kölner Eilbertus hat mich geschaffen), verkündet stolz eine Inschrift an der Bodenplatte dieses Hauptwerks romanischer Schatzkunst. In höchster technischer Virtuosität und künstlerischer Reife wurden am Tragaltar des Eilbertus die verschiedenen Möglichkeiten des Kupferschmelzes zur Umsetzung eines umfassenden theologischen Bildprogramms genutzt.
An den Wandungen erscheinen zwischen Pilastern Darstellungen von Propheten mit ihren Weissagungen. Sie dienen gleichsam als alttestamentliche Stützen des Altars. Diesen typologischen Sinn erläutern die Verse an den Kanten der Mensa + DOCTRINA PLENI FIDEI PATRES / DVODENI + TESTANTV/R FICTA NON ESSE PROPHETICA DI/CTA + (Die zwölf Väter [Apostel], voll der Lehre des Glaubens, bezeugen, dass die prophetischen Reden nicht erfunden sind) und an der Bodenplatte + CELITVS AFFLATI DE CRISTO VA/TICINATI + HI PRE/DIXERVNT QVE POST VENTVRA FVE/RVNT + (Die vom Himmel her Inspirierten [Propheten] sagten das über Christus voraus, was danach noch bevorstand).
Auf der Mensaplatte befinden sich seitlich je vier Szenen aus dem Heilsgeschehen: links Verkündigung an Maria, Heimsuchung, Geburt Christi und Darbringung im Tempel, rechts Kreuzigung, Frauen am Grabe, Christus in der Vorhölle und Himmelfahrt. Die zwölf Apostel, deren Schriftbänder jeweils einen Artikel des Credo – des Glaubensbekenntnisses – enthalten, umgeben den Altarstein aus Bergkristall, unter dem eine Miniaturmalerei sichtbar ist, die Christus als Weltenrichter mit den Symbolen der vier Evangelisten zeigt. LL

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Rastender Herkules (Modellnummer 382)

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Herkules ist an seinen Attributen, der lorbeerblattumrankten Keule und dem Löwenfell, zu identifizieren. Er wendet den Kopf nach links und nimmt so gewissermaßen Kontakt auf zu seiner weiblichen Pendantfigur, "Venus im Muschelwagen". Im Bestand des Kunstgewerbemuseums sind beide Figuren, in jeweils unterschiedlichen Größen, als weiß glasierte (Herkules, Inv. Nr. DM 8) bzw. staffierte Versionen (Venus, Inv. Nr. O-1990,94) vorhanden.Bei der hier besprochenen Herkulesfigur handelt es sich um ein nur schrühgebranntes Exemplar, das vermutlich wegen der Brandrisse, v.a. am Sockel unterhalb des rechten Fußes, nicht in den Glasurbrand gegeben wurde. Abgesehen vom Scherben ist auch der geringe Größenunterschied zur glasierten Version von nur einem Zentimeter ein Indiz dafür, dass es sich nicht um das Tonmodell handelt, das bei einer Schwindung des Porzellans von 16-22 % größer sein müsste. An der detaillierten, fast überzeichneten Oberflächenmodellierung ist zu erkennen, dass der Entwerfer, Wilhelm Christian Meyer (1726-1786), die Verschleifung der Details durch die Glasur einkalkulierte. Wilhelm Christian war ambitionierter Bildhauer und Schüler seines Bruders Friedrich Elias Meyer (1723/24 - 1785). Letzterer war Modellmeister bei der KPM und holte seinen jüngeren Bruder 1766 an die Berliner Porzellanmanufaktur.Weiterführende Informationen sind zu finden in: Dorothee Heim, Die Berliner Porzellanplastik und ihre skulpturale Dimension 1751-1825. Der Sammlungsbestand des Kunstgewerbemuseums Staatliche Museen zu Berlin (=Bestandskatalog XXVI. des Kunstgewerbemuseums SMB), Berlin, Regensburg 2016, S. 307-309, Kat.Nr. 41; Claudia Kanowski, in: C.Kanowski / L. Lambacher: Tönerne Welten. Figürliche Keramik aus sechs Jahrhunderten. Eine Bestandsaufnahme im Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Museen zu Berlin, Sonderdruck aus: Keramos (2015/I), Heft 227, S. 24-27, Abb. S. 26.ClKa