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Armreliquiar des hl. Laurentius aus dem Welfenschatz

Ident. Nr.: W 23

ObjID: obj:1830396

Details (Expert)

Datierung
Ende 12. Jahrhundert
Abmessungen
Objektmaß: 53,8 x 19,3 x 8,5 cm

Objektbeschreibung

Das Armreliquiar enthält laut der Beschriftung des Pergamentzettels hinter dem runden Fenster sowie einer im 14. Jahrhundert hinzugefügten Inschrift an seiner Standfläche eine Reliquie des hl. Laurentius. Es ist jedoch vermutet worden, dass es ursprünglich eine jener Armreliquien der Apostel barg, die Heinrich der Löwe (Duc. 1139–1180, †1195) von seiner Pilgerfahrt ins Heilige Land 1172/73 mitgebracht haben soll.
Das Reliquiar zeigt über dem fein gefältelten Untergewand ausnahmsweise zwei weitere Ärmel, die mit ornamentalen Stanzen belegt sind. Am äußeren Ärmel handelt es sich dabei jedoch weitgehend um spätere Ergänzungen, ursprünglich war dieses Gewandteil mit getriebenem vergoldeten Silberblech überzogen.
Die Stanzen an den Borten dagegen enthalten figürliche Darstellungen: Am mittleren Ärmel erscheinen alternierend Samsons Kampf mit dem Löwen und ein Drache mit Blattschweif, am äußeren zwei gegenständige Drachen mit verschlungenen Schwänzen. Der Saum an der Standfläche zeigt auf nielliertem Grund die Brustbilder von Christus und vier Heiligen, von denen einer heute fehlt. Ob es sich dabei um Darstellungen der Evangelisten, der vier Großen Propheten oder von Aposteln handelt, ist in der Forschung umstritten. Zweifellos aber zählen diese kleinen Figürchen zu den besten Schöpfungen spätromanischer Goldschmiedekunst.
Die drei mit Bergkristallen verschlossenen Fenster an der Innenseite des Armes sind erst im 14. Jahrhundert hinzugefügt worden. Sie tragen dem seit dem frühen 13. Jahrhundert anwachsenden Bedürfnis nach unmittelbarer Ansichtigkeit der Reliquie Rechnung. LL

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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